Schmot
Lieber Leser,
in der dieswöchentlichen Sidra wird uns gezeigt, wie eine kleine Schar von Juden – 70 an der Zahl – es fertig brachte, in dem fremden Lande Ägypten fortzubestehen, umgeben von einem erdrückend mächtigen und feindlich gesinnten Volke. Dass sie fortbestanden, dies setzten sie durch, nicht dadurch, dass sie ihre nichtjüdischen Nachbarn nachzuahmen und ihre eigene Identität zu vertuschen suchten, sondern im Gegenteil dadurch, dass sie mit großem Eifer und ohne jeglichen Kompromiss ihre Identität und ihre spirituelle Unabhängigkeit bewahrten.
In ihrem Kommentar zum ersten Verse unserer Sidra erklären unsere Weisen, worin das Geheimnis des Fortbestandes der Juden lag (Pa’aneach Roso zu Exodus 1, 1 im Namen des Midrasch; siehe auch Baal Haturim z.St.): "Und dieses sind die Namen der Kinder Israels, die nach Ägypten kamen: Weil sie ihre Namen und ihre Gebräuche nicht änderten, wurden sie aus Ägypten erlöst". Und nicht nur das allein – nicht nur überlebten sie all die unheilvollen Zustände, sondern sie vermehrten sich an Zahl und wurden geistig immer stärker, bis sie am Sinai die Tora empfingen, bis sie damit die ganze Welt in Licht hüllten und das Ziel der Schöpfung erfüllten.
Schabbat Schalom
Die Sklavenarbeit des jüdischen Volks hatte ihren Beginn in der Herstellung von Lehmziegeln. In der Thora heißt es: Und sie verbitterten ihnen das Leben, durch harte Arbeit in Lehm und Ziegeln und in allerlei Arbeit auf dem Felde.
Nach dem jüdischen Gesetz und gemäß unserer Tradition ist ein gewisser Abstand zwischen den Füßen und dem Boden sinnvoll. Das war im Heiligen Tempel im alten Jerusalem anders. Dort mussten alle ihre Schuhe ausziehen.
Die dieswöchige Parascha heißt Schmot, was soviel wie Namen bedeutet. Und Schmot ist ebenfalls der Name des zweiten Buches der Tora. Gleich am Anfang dieser Parascha werden die Namen der Stämme Israels erneut erwähnt, obgleich sie bereits im Buch Bereschit mehrmals Erwähnung finden. Doch weshalb werden ihre Namen zu Beginn des Buches Schmot abermals wiederholt?
Die Jahrzeit des "Alten Rebben", R. Schneur Salman von Liadi fällt auf den 24. Tewet. Er starb am 24. Tewet im Jahre 5573 (1813); tatsächlich fiel das Datum in jenem Jahre kurz nach Schabbatausgang des heutigen Wochenabschnittes Schmot.
Während eines Abstechers an die Niagarafälle fielen mir große Schilder auf, die es verboten, von den hohen Felsen ins aufgewühlte Wasser der Bucht zu springen.