Die 10 Punkte Kampagne für jüdisches Bewusstsein und Einhaltung

“Mizwa” bedeutet “Gebot”. Eine Mizwa ist eine der in der Tora enthaltenen und für Juden bindenden 613 g-ttlichen Vorschriften. Das Wort bedeutet auch „Verbindung“, denn durch die Tat verbindet sich der Mensch mit seinem Schöpfer, der ihm die Gebote gab.

Bevor der Rebbe die “Mizwa Kampagne” ins Leben rief, waren Mizwot eine rein private Angelegenheit, die religiöse Juden zu Hause oder in der Synagoge befolgten. So war es also nicht verwunderlich, dass viele nur ein Augenbraunzucken für des Rebben Kampagne Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre übrig hatten: ... „Tefillin an einem Hippie?“ ... „Wen interessieren Mizwot auf dem Weg zum Mittagessen in ein nicht-koscheres Restaurant?“ Mizwot erschien damals vielen nur als Teil eines jüdisch-religiösen Lebensstils, – nicht als Teil eines großen Ganzen.

Der Rebbe war da ganz anderer Meinung: Als eine Verbindung zwischen G-tt und den Menschen – als eine Brücke zwischen dem Schöpfer und seiner Schöpfung – hat eine Mizwa eine kosmische Bedeutung. Sie ist eine Tat von unendlichem Wert. Der Rebbe zitierte oft Maimonides: „Eine einzelne Person, wenn sie auch nur eine Mizwa tut, kann es schaffen, die gesamte Welt zur Erlösung zu bringen.“

Deshalb erging sein Ruf an alle Juden: Selbst wenn du nicht vollständig ein Leben nach der Tora lebst, - tu trotzdem etwas. Starte mit irgendeiner Mizwa! Der Wert deiner Tat wird nicht geschmälert, nur weil du eine andere Mizwa nicht erfüllst.

Der Rebbe schlug zehn mögliche “Mizwot für Anfänger” vor. Sie sind zugleich Grundsätze der Tora, geradezu ideal für Menschen, die zum ersten Mal mit Mizwot in Berührung kommen.

Die zehn Mizwot (Mifzeu’im)

1. Zünde Schabbat-Kerzen
Frauen und Mädchen sind ab dem 3. Lebensjahr angehalten, an jeden Freitagnachmittag, 18 Minuten vor Sonnenuntergang, zu Ehren des Schabbats, und ebenso vor jedem Feiertag, die Schabbat-Kerzen anzuzünden.

2. Tefillin
Männer sind ab dem 13. Lebensjahr angehalten, jeden Morgen außer am Schabbat und an Feiertagen, Tefillin anzulegen. Tefillin sind schwarze Lederboxen. Sie enthalten auf Pergament geschriebene Stellen aus der Tora. Es handelt sich dabei um fundamentale Auszüge des jüdischen Glaubens.

3. Mesusa (Botschaft am Türpfosten)
Bringen Sie an jedem Türpfosten ihres jüdischen Heimes eine Mesusa an. Die Mesusa enthält das Schma Jisrael und dient als Zeichen, dass dieses Haus von G-tt gesegnet und geschützt ist.

4. Tora
Lernen Sie täglich ein Stück aus der Tora. Selbst ein paar Zeilen enthalten schon die unendlichen Weisheit und G-ttes Wille.

5. Zedaka (Wohltätigkeit)
Geben Sie täglich Zedaka (kleine Spende). Wenn Sie Bedürftigen geben, sind Sie G-ttes Gesandter und erhalten seine Schöpfung am Leben. Ihr Zuhause gleicht einem Klassenraum. Denn wenn Sie dort eine „Puschka“ (Spendenbox) aufbewahren und täglich ein paar Münzen hineinstecken, lehren Sie Ihre Kinder den noblen Wert regelmäßigen Gebens.

6. Heilige Bücher
Statten Sie Ihr Heim mit möglichst vielen heiligen Büchern aus. Wenigstens sollte in jedem jüdischen Haus eine Bibel (Chumasch), ein Psalmenbuch (Tehillim) und ein Gebetsbuch (Siddur) zu finden sein.

7. Kaschrut
Essen Sie nur koscher. Da Essen ein menschliches Grundbedürfnis ist, sollte es auch mit Verstand getan werden. Um unsere Seele gesund und lebensfähig zu erhalten, sollten wir nur koschere Speisen zu uns nehmen. Indem wir uns nämlich im Essen unterscheiden und uns an die Speisevorschriften halten, verinnerlichen wir unser Judentum und machen es so zu einem Teil unserer Existenz.

8. Nächstenliebe
Nehmen Sie sich Zeit zum Helfen. Der weise Rabbi Akiwa sagte: “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”. Diese Mizwa ist zugleich das Grundgebot der Tora. Wenn Sie einem anderen Juden Aufmerksamkeit, Liebe, Hilfe oder Unterstützung geben, die er braucht, erfüllen Sie zugleich die größte Mizwa, die ein Jude tun kann.

9. Erziehung
Lehren Sie Ihre Kindern, was Sie selbst über ihren Glauben wissen und ermöglichen Sie Ihrem Kind, eine qualitative jüdische Ausbildung zu geben. Jedes jüdische Kind sollte eine jüdische Erziehung genießen. Damit stellen Sie sicher, dass ihre Kinder jüdisch bleiben, eine jüdische Identität haben und das Judentum eine Zukunft hat.

10. Familienreinheit
Befolgen Sie die jüdischen Ehegesetze und Ihre Ehe erhält einen höheren Status. Ihr Ehepartner und Sie werden neue, unentdeckte Tiefen von Intimität und Heiligkeit in Ihrer Beziehung erfahren!