Chaje Sara
Lieber Leser,
im Zusammenhang mit dem Vers in der dieswöchigen Sidra Chaje Sara: "Und Abraham war alt geworden ..." heißt es im Midrasch: "Die Gespräche der Diener der Vorväter sind wichtiger als die Tora der Kinder". Wir können feststellen, dass viele wesentliche Gesetze des Judentums in der Tora mitunter nur durch einen einzigen zusätzlichen Buchstaben angedeutet sind. Die "Tora der Kinder" also befleißigt sich einer knappen und kurzen Ausdrucksform; oft genügt eine bloße Andeutung oder Anspielung. Das ist einer der wichtigen Unterschiede zwischen der schriftlichen und der mündlichen Lehre; die letztere ist ausführlich, während die erstere mit Worten spart.
Die Gespräche der Diener dagegen werden ganz ausführlich wiedergegeben, manchmal sogar zwei- oder dreimal wiederholt, wie sich zum Beispiel gerade in der heutigen Sidra bei Abrahams Diener Elieser zeigt. Erst nennt die Tora Abrahams Anweisungen an ihn, dann schildert sie, was sich tatsächlich ereignet hat, und danach wird der ganze Vorfall nochmals vorgetragen, weil nämlich Elieser selbst wiederholt, was Abraham ihm aufgetragen und was sich danach zugetragen hatte.
Dies dient daher als ein Beispiel für die Bemerkung des Midrasch, dass die Gespräche der Diener der Vorväter wichtiger sind als die Tora der Kinder; hinzu kommt hier jedoch, dass diese im Wiederholungen im Hinblick auf eine bevorstehende Eheschließung erfolgen. Daraus ist zu folgern, dass es nicht nur "die Gespräche der Diener" sind, denen ein großes Gewicht beigemessen wird, sondern dass dies in gleichem Masse für die Idee von Ehe und Ehestand gilt.
Die Erklärung ist diese: Wenn ein Jude sich anschickt, ein jüdisches Heim zu gründen, dann soll es einen Ewigkeitswert haben. Denn er baut das Heim auf gemäß den Grundsätzen der Tora, die von dem Einen gegeben worden ist, der ewigen Bestand hat. Dann trifft auf den Juden der Ausspruch der Tora zu (Deut. 4, 4): "Ihr, die ihr an G-tt festhaltet, ihr alle lebt heute", und das von ihm zu gründende Heim wird zu einem Heim für alle Ewigkeit.
Schabbat Schalom
Wie kommt es, dass sich die Darstellung der Liebe in der Tora so sehr von unserer gängigen Vorstellung davon unterscheidet? Vielleicht liegt die Antwort darin, dass wahre Liebe nicht von dort kommt, wo wir es vermuten.
Von den 79.976 Wörtern der Thora ist keines überflüssig. Unzählige Vorschriften sind in der Thora nicht angeführt und wurden nur durch einzelne Wörter erlernt. Die Thora geht sparsam mit ihren Wörtern um. Wenn das schon bei Vorschriften der Fall ist, dann um so mehr bei „bloßen“ Geschichten in der Thora.
Sei spirituell. Hör auf Sara. Hör auf deinen Körper. Nutze ihn. Setze deine animalischen Triebe und weltlichen Errungenschaften für g-ttgeweihte Aufgaben ein. Genau das erwartet G‑tt von dir.
Da ich aber nichts falsch machen möchte, frage ich nach seiner Bedeutung. Gibt es eine jüdische Erklärung dafür?
Ein uralter Beruf in der jüdischen Geschichte, im Leben und in der Tradition ist der Schadchan – allgemein bekannt als Heiratsvermittler. Dieser Beruf war einst so beliebt, dass er sogar in der Halacha, dem jüdischen Gesetz, einen Platz fand.
