Ki Tisa
Lieber Leser,
in der dieswöchigen Sidra schildert die Tora den verheerenden spirituellen Rückschlag, den die Israeliten mit der Episode des Goldenen Kalbes erlitten. Aaron, immer bestrebt, seine intensive Liebe zu seinen Nebenmenschen unter Beweis zu stellen, tat sein Möglichstes, um den Götzenkult des Goldenen Kalbes zu verhindern (s. Raschi zu Exodus 32, 2 und 32, 5). Ein Ausspruch unserer Weisen lautet ("Sprüche der Väter" 1, 12): "Zähle dich zu den Schülern Aarons ..., liebe alle Geschöpfe und bring sie der Tora näher." Zwei Anweisungen sind in diesen Worten enthalten: Erstens besagt der ziemlich ungewöhnliche Ausdruck "Geschöpfe" (statt "Menschen", "Personen" oder dgl.), dass wir uns mit jedem abzugeben haben, selbst denjenigen, die kein anderes Verdienst haben, als G-ttes "Geschöpfe" zu sein – also: dass er sie geschaffen hat.
Zweitens wird uns die Methode gezeigt, die wir bei unserem Umgang mit anderen anwenden sollen: Wir sollen sie der unverfälschten, uneingeschränkten Tora näherbringen, nicht aber, umgekehrt, die Tora (sozusagen) an sie herantragen; das heißt, wir sollen die Tora nicht für den Gebrauch "zuschneiden", sie nicht "zurechtstutzen" oder sonst wie dem Bedarf der Leute anpassen.
Schabbat Schalom
Die Bundeslade, in der sich die Tafeln mit den Zehn Geboten befanden, wurde aus Holz gemeißelt. Sie war ein magisches Möbelstück.
Wie konnten sie nach einer solchen Begegnung mit dem G-ttlichen ein Götzenbild verehren? Das ist eine uralte Frage, und der Talmud meint, die Juden seien im Grunde über solche Sünden erhaben gewesen und hätten sie nicht begehen dürfen.
Die dieswöchige Parascha Ki Tisa berichtet zu Anfang von dem Gebot der Tempelsteuer, bzw. von der jährlichen Abgabe eines halben Schekel (Machzit HaSchekel), mit der die täglichen Gemeinde-Opfer finanziert wurden. Diese Anweisung erscheint auf den ersten Blick auch als recht einfach verständlich und unkompliziert.
Wir lesen in der dieswöchigen Sidra, dass Moses zu G-tt für die Israeliten betete, als diese sich mit dem Goldenen Kalb schwer versündigt hatten (Exodus 32, 11 ff.). Das mag uns veranlassen, mehr allgemein darüber nachzudenken, was "beten" eigentlich bedeutet ...
Alle mögen die Idee eines Ruhetags. Aber warum sollten wir unseren Ruhetag ausgerechnet mit einem Gebet beginnen?
Ein Gehirn zu haben bedeutet nicht nur, dass man weiß, wie Dinge sind – man versteht auch, wie Dinge sein sollten. Und das heißt, dass man ständig darauf aufmerksam gemacht wird, dass Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten.