Bereschit
Lieber Leser,
Schabbat Bereschit, der Schabbat, an dem die Sidra Bereschit in der Synagoge vorgelesen wird, ist immer der letzte Schabbat im jüdischen Monat Tischrei. Dieser Monat schließt sowohl den Rosch-Haschana-Feiertag wie das Simchat-Tora-Fest in sein ein; und so vereinigt sich in ihm die religiöse Anlässe, in denen alle Bedürfnisse des Juden für das kommende Jahr – die materiellen wie die geistigen – gewährt werden. Daher ist Tischrei der Monat, der dem Juden die Entschlusskraft gibt, welche dann gewährleistet, dass das ganze Jahr, in jeder möglichen Hinsicht, ein gutes sein wird.
Vollends in seine alltägliche Belange kann der Jude eigentlich erst nach Ende des Monats Tischrei den Geist von Jüdischkeit hineintragen; denn während dieses Monats selber ist er weitgehend nur mit den Feiertagen und den Vorbereitungen auf sie beschäftigt. Dann aber kommt der neue Ausblick: Seine Lebensweise das ganze folgende Jahr hindurch wird bestimmt und beeinflusst durch die Art und Form seiner Einstellung und Haltung im Verlauf der ersten sechs Arbeitstage nach Schabbat Bereschit. Deshalb sind gute Vorsätze die an diesem Schabbat gefasst werden, gleichfalls eine Vorbereitung auf das ganze Jahr.
Chag Sameach und Schabbat Schalom
Wussten Sie schon? Dieses Magazin können Sie auch ausdrucken und vor Schabbat mit in die Synagoge nehmen. Dort können Sie es in der Pause in Ruhe lesen, mit ihren Freunden teilen oder zum Kiddusch etwas daraus vorlesen. Jetzt ausdrucken und später lernen.
Der uns allen bekannte Anblick in einem jüdischen Lehrhaus: schaukelnde Juden vor offenen Büchern. Zwar kennen die wenigsten den Grund dieses „Hin-und-Her“, aber allen ist sofort klar: Hier handelt es sich um Thora lernende Juden.
Außer dem Gebot, in der Sukka zu wohnen, gibt es noch eine ganze Reihe anderer Vorschriften für das gegenwärtige Sukkot-Fest, zum Beispiel: das Hochnehmen der "vier Gattungen" (den Etrog – Paradiesapfel, Lulaw – Palmenzweig usw.) und andere.
Der letzte Tag von Sukkot, Schmini Atzeret (Simchat Thora), drückt besonders die Liebe G-ttes zum jüdischen Volk aus. „Atzeret“ bedeutet „Anhalt“ und „Verzögerung“. Das heißt, G-tt hält uns noch einen weiteren Tag auf um mit Ihm zu feiern, bevor wir wieder in den Alltag zurückkehren.
Eigentlich sollte der Grad der Freude von dem Grad der Verpflichtung dazu abhängen. Die Freude, die von der Thora geboten wird, sollte das größte Maß an Freude darstellen, während die Freude an den Hakafot, die nur ein Brauch sind, ein geringeres Maß an Freude mit sich bringen sollte.
Der einzige Tora-Wochenabschnitt, der nicht an Schabbat gebunden ist, ist WeSot HaBracha. Diese Parascha ist von dem üblichen Intervall herausgenommen, um an Simchat Tora gelesen zu werden - der Tag, an dem wir den Jahreszyklus der Tora-Lesung beschließen.
In den letzten Versen der Thora erfahren wir vom Tod Moses. Davor wird er für seine Überragenheit als „Meister der Propheten“ und für seine wunderlichen Taten von der Thora hoch gepriesen.
Unser Wochenabschnitt schildert uns das Schöpfungswerk, wie es G-tt in sechs Tagen erschaffen hatte. Abschließend heißt es in der Thora: Da vollendete G-tt am siebten Tag seine Tätigkeit, welche Er vollbrachte. Aus dem Vers ergibt sich allerdings, dass G-tt das Schöpfungswerk am siebten Tag, am Schabbat, beendete!
Skeptiker finden immer einen Anlass, den Zweck und die Ziele der Religion zu kritisieren. Wunder sind zum Beispiel für sie etwas Ähnliches wie UFOs: Was wir nicht sehen, anfassen oder wissenschaftlich analysieren können, existiert eben nicht.