Sukkot
Lieber Leser,
“Es bedarf aller Arten.” Dies ist die grundlegende Botschaft der Mizwa der “vier Arten” – Etrog, Lulaw, Hadas, Arawa – über die wir zu Sukkot den Segen sprechen. Mit den Worten des Midrasch:
Der Etrog hat einen guten Geschmack und verströmt einen angenehmen Duft; so auch der Teil des Volkes Israel, der sowohl Tora lernt, als auch gute Taten vollbringt … Die Dattel (die Frucht des Lulaw) hat einen guten Geschmack, duftet aber nicht; dies trifft auch auf den Teil des Volkes Israel zu, der zwar Tora lernt, aber keine guten Taten vollbringt … Der Hadas duftet wiederum, hat aber keinen Geschmack; dies steht für den Teil des Volkes Israel, der gute Taten vollbringt, aber keine Tora lernt … Die Arawa hat keinen Geschmack und duftet zudem auch nicht; so gibt es auch Juden die weder Tora lernen, noch gute Taten vollbringen … sagt G-tt: „Lass sie uns alle zusammenbinden und alle füreinander sühnen.“
Der Lubawitscher Rebbe führt aus, dass der Midrasch nicht nur sagt, dass „alle Teil des jüdischen Volkes sind“ oder „alle in den Augen G-ttes wunderbar sind“ oder auch, dass „alle notwendig sind“; er sagt, dass „alle füreinander sühnen.“ Dies impliziert, dass jede der vier Arten etwas besitzt, was die anderen drei nicht haben, und folglich “sühnt” und folglich die abwesenden Qualitäten der anderen drei ausgleichen.
Mit anderen Worten, es ist nicht nur so, dass es aller „vier Arten” bedarf, um ein Volk zu bilden – es bedarf auch alle Fähigkeiten um einen Menschen zu formen. Und Sukkot ist die Zeit, wenn wir uns miteinander verbinden, so dass die Qualitäten des anderen auch auf uns abfärben.
Chag Sameach
Eine der besonderen Mizwa am Sukkot sind die „vier Arten“: eine Zitrone, ein Palmzweig, drei Myrthenzweige und zwei Weidenzweige. Wir halten sie eng beieinander, sprechen einen Segen über sie, wie es Sitte ist, und schütteln sie in alle vier Himmelsrichtungen sowie nach unten und nach oben.
Benni hielt eine kleine Tora-Rolle in der einen Hand und mit der anderen Hand fasste er die Hand seines Vaters. Es war Simchat Tora und beide waren gerade auf dem Weg in die Synagoge.
Zur Zeit des Tempels erreichten die Festlichkeiten von Sukkot ihren Höhepunkt in der grenzenlosen Freude, welche die Feier des Wasserschöpfens begleitete.
Wenn jemand behauptet, Religion sei trocken, ätherisch und feindselig gegen körperliches Vergnügen, dann nehmen Sie ihn mit zu einem G–ttesdienst am Sukkot.
Wir sind an die reiche Symbolik im Judentum gewöhnt. An den Ner Tamid, der die Ewigkeit G–ttes symbolisiert. An die Elemente des Pessach-Seders, die Freude, Sorge, Plagen und viele andere Gefühle und Ereignisse symbolisieren.
Vielleicht hört es sich seltsam an, aber der Feiertag Sukkot erinnert in gewisser Weise an die beiden Juden, die zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts gehörten.