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Lieber Leser,
zum Pessachfest sind rechtzeitige und recht komplexe Vorbereitungen nötig, um das jüdische Heim auf die großen Feiertage einzurichten. Nicht nur physische Vorbereitungen werden von uns verlangt, sondern wir müssen uns auch spirituell einstimmen. Im Leben eines Menschen sind Körperliches und Spirituelles eng miteinander verknüpft, besonders, wenn wir den Schabbat und unsere anderen Feste begehen.
An Pessach feiern wir die Befreiung des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Sklaverei und damit auch die Überwindung dieser alten ägyptischen Lebensform, der "Scheußlichkeiten Ägyptens". Wir feiern also unsere physische Befreiung zusammen mit unserer spirituellen Freiheit, und in der Tat ist die eine nicht ohne die andere möglich: es gibt keine wirkliche Freiheit, wenn wir nicht die Tora annehmen, die unser tägliches Leben leitet; das reine und heilige Leben wird schließlich zu wirklicher Freiheit führen.
Es heißt: "In jeder Generation sollte jeder Mensch sich betrachten, als ob er ganz persönlich aus Ägypten befreit worden wäre." Das bedeutet, die Lektion von Pessach hat jedem einzelnen Menschen jederzeit etwas zu sagen. Die Geschichte von Pessach ist die Geschichte der ganz besonderen g-ttlichen Vorsehung, die allein das Schicksal unseres Volkes bestimmt. Was in der äußeren Welt geschieht, braucht uns nicht zu berühren; wir mögen - G-tt behüte! - zum Leiden inmitten allgemeinen Wohlstands ausersehen sein oder umgekehrt zur Sicherheit inmitten allgemeiner Unsicherheit und Plagen oder Katastrophen. Die Geschichte unserer Versklavung und Befreiung, von der Pessach handelt, verdeutlicht das überreichlich. Denn das Geschick unseres Volkes ist bestimmt durch seine Bindung an G-tt und seine Propheten.
Schabbat Schalom und Pessach koscher wesameach!
Wenn wir einen Einblick in die Erlebnisse unserer Vorväter, die sich vor Jahrtausenden ereigneten, gewinnen wollen, sind Geschichten sicherlich ein geeignetes Mittel dazu. Sie ermöglichen uns, einen lebendigen Eindruck von unserem spirituellen Erbe zu bekommen, der uns dazu inspiriert, auch unsere eigene Situation als Juden lebendiger zu gestalten.
Der Pessach-Seder hat nicht nur symbolische Bedeutung. Alles, was wir am Sederabend im physischen Sinne tun, ist sehr wichtig, und wir müssen es richtig tun, damit der Seder ein wahrhaft spirituelles Erlebnis wird.
Wir befinden uns jetzt im Monat Nissan. Er kündigt Pessach an – und Mazzot. Gibt es eine schlichtere Speise als Mazzot?
Über 200 Jahre lang waren die Israeliten unterdrückt worden, von einer mächtigen Nation, die ihre Herrschaft über alle benachbarten Völker ausgedehnt hatte, nicht nur mit Waffengewalt, sondern auch durch ihre gewaltige Überlegenheit in Wissenschaft und Technologie, in der Tat in allen Dingen, die man heute als "Kultur" und "Zivilisation" bezeichnet.
Die Geschichte des Pessach ist allen bekannt ... Weniger bekannt ist jedoch, wie unsere Weisen die spirituelle Bedeutung dieser Ereignisse bewerten.
Unsere Parascha beginnt mit dem Gebot, das Feuer auf dem Altar ständig brennen zu lassen und es nie erlöschen zu lassen.
Leider können Stimmungen auch unsere Beziehung zu G-tt und unseren Mitmenschen trüben: „Ich bin nicht in der Laune für ein Gebet“, „Ich habe jetzt keinen Bock, mich um die Kinder zu kümmern“, „Ich habe Lust, fünf Stunden meines Lebens im Internet zu vergeuden.“