Reeh
Lieber Leser,
Der Monat Elul, der zu den "ehrfurchtgebietenden Tagen" von Rosch Haschana und Jom Kipur hinüberleitet, steht bevor. Eine der Pflichten, die uns für jene Tage besonders ans Herz gelegt sind, ist – neben Tschuwa und Tefilla – das Geben von Zedaka. Was ist Zedaka?
Im Allgemeinen wird dieses Wort mit "Wohltätigkeit" übersetzt. Eine richtigere und passendere Übersetzung des hebräischen Ausdruckes wäre jedoch "Gerechtigkeit". Diesen beiden Begriffen wohnt eine unterschiedliche Bedeutung inne. "Wohltätigkeit" besagt, dass der Gebende ein großzügiger Mensch ist. Der Betreffende legt Hilfsbereitschaft an den Tag, auch wenn er dem Empfänger nichts schuldet und ihm zu nichts verpflichtet ist. "Gerechtigkeit" dagegen bedeutet, dass man geben muss. Nachdem die Tora sich dieses Wortes Zedaka (also: Gerechtigkeit) bedient, lehrt sie damit sofort, dass anderen zu helfen unsere Pflicht und Schuldigkeit ist.
Schabbat Schalom
Reeh bedeutet "siehe", so wie es im ersten Vers dieser Parascha geschrieben steht: "Siehe, Ich gebe euch heute Segen und Fluch". Doch was genau erwartet die Tora von uns, indem sie uns ermahnt, G-ttes Segen und Fluch zu "sehen"?
In unserer Parascha wird dem Menschen der Fleischgenuss erlaubt. Das Tier von welchem dieses stammt, muss jedoch zwei Kriterien erfüllen um als Koscher (geeignet, erlaubt) zu gelten.
Rosch Chodesch Elul leitet die erste Woche des Monats Elul ein. Nach dem Elul kommt dann der bedeutungsvolle Monat Tischrei; in ihn fallen die wichtigsten Feste des jüdischen Kalenders: Rosch Haschana, Jom Kippur, Sukkot und Simchat Tora.
Der heutige Wochenabschnitt redet von „dem Vieh, welches ihr essen werdet“ – dem reinen Vieh – und „dem Vieh, welches ihr nicht essen werdet“ – dem unreinen Vieh. Die Tora nennt zwei Zeichen für das reine Vieh: es kaut wieder und es spreizt den Huf.
In den meisten jüdischen Vierteln sieht man immer wieder Leute, die von Tür zu Tür gehen, um Geld zu sammeln. Einerlei, ob sie für Wohltätigkeitsorganisationen oder für eigene Bedürfnisse sammeln, werden sie traditionell ins Haus eingeladen, wo sie freundliche Worte und eine Spende erhalten.