Lieber Leser,

unsere Weisen sagen: "Das Leben unserer Patriarchen ist Anleitung für ihre Nachkommen".

Die vorwöchige Sidra, Wajeze, stellt dar, wie Jakob sein Elternhaus verliess, mit nur einem Stecken in der Hand; er verbrachte viele Jahre in einem fremden Land und in fremder Umgebung, und am eigenen Körper erfuhr er die Leiden und Entbehrungen eines Flüchtlings. Schließlich jedoch war er erfolgreich, und in der dieswöchigen Sidra, Wajischlach, sehen wir ihn vor uns als das Haupt einer Familie von zwölf Kindern, von G-tt mit materiellen wie mit geistigen Gütern gesegnet.

Jakobs grösste Segnung bestand in seinen Kindern. Obwohl sie, mit Ausnahme von Benjamin, alle in einem fremden Land geboren wurden, wurden sie doch in der Lebensweise ihres Vaters erzogen; und keins von ihnen "ging der Gemeinschaft verloren".

Die Geschichte unserer Vorväter, besonders die von Jakob, dem "bevorzugten" Patriarchen (Bereschit Rabba 76, 1), wiederholt sich im Leben jedes Juden bis zum heutigen Tage, in jedem Land und an jedem Ort. Darin liegt gleichzeitig eine Forderung und ein Versprechen. Die Forderung besteht darin, dass diese Minderheit ihre Identität, ihre Traditionen und ihre Lebensauffassung bewahren und dafür sorgen soll, dass die neue Generation den gleichen Weg geht. Manchmal mögen die Schwierigkeiten groß und die Hindernisse zahlreich sein. Doch wo Entschlossenheit herrscht, kann man des Erfolges versichert sein. Unserem Vater Jakob wurde Gedeihen zuteil; und wir haben das Versprechen, dass seinen Nachkommen dies ebenfalls gewährt wird, wenn sie sich durch sein Beispiel anfeuern lassen und von derselben Willens - und Entschlusskraft erfüllt sind.

Schabbat Schalom