Bereschit
Lieber Leser,
wenn wir die Toralesungen an Simchat Tora beendet haben, fangen wir sofort von vorne an.
Da Ordnung und Gegenüberstellungen in der Tora bedeutsam sind - worin besteht der Zusammenhang zwischen ihrem letzten Satz „Vor den Augen ganz Israels“ und „Am Anfang schuf G-tt ...“?
1. „Vor den Augen ganz Israels“ drückt die Einheit des jüdischen Volkes aus, und um diese Einheit zu erreichen, müssen wir immer daran denken, dass G-tt am Anfang alles geschaffen hat. Alle menschlichen Anliegen, die spirituellen („die Himmel“) wie die materiellen („die Erde“) kommen vom Schöpfer und Herrn der Welt, „denn er gibt euch die Macht, Reichtum zu erwerben“. Wenn wir erkennen und spüren, dass nichts „aus sich selbst“ kommt, sondern von G-tt, betrachten wir uns nicht als selbständige Existenzen, sondern als Teil von ganz Israel.
2. Nach Chassidut ist „Am Anfang schuf G-tt“ so zu erklären: „Am Anfang“: das ist der Beginn des G-ttesdienstes. „Schuf G-tt“: damit wird die G-ttlichkeit der Schöpfung offenbar. „Die Himmel und die Erde“: damit wird die G-ttliche Lebenskraft offenbar, die alle Geschöpfe lebendig macht. Wenn wir das G-ttliche in uns selbst - die G-ttliche Seele - wachrufen und offenbaren, und zwar so, dass die Essenz der Seele offenbart wird, die immer mit dem G-ttlichen verbunden ist, dann können wir die G-ttlichkeit in der Welt sichtbar machen.
Schabbat Schalom
Eigentlich sollte der Grad der Freude von dem Grad der Verpflichtung dazu abhängen. Die Freude, die von der Thora geboten wird, sollte das größte Maß an Freude darstellen, während die Freude an den Hakafot, die nur ein Brauch sind, ein geringeres Maß an Freude mit sich bringen sollte.
In der Toralesung an Schmini Azeret lesen wir von Mosches Tod, und die Haftara, die das Thema der Toralesung aufgreift, ist „Es war nach dem Tod von Mosche, dem Knecht G-ttes“.
Am Fest Schmini Azeret beginnt Musaf mit einem besonderen Gebet um Regen. Von da an sprechen wir während der Wintermonate bis zum ersten Tag von Pessach in der Amida (im zweiten Segen, der geburot, „mächtige Taten“ heißt) die Worte Maschiw haruach umorid hageschem.
Diese Übereinkunft, dass ein Mensch den Tora-Lernenden unterstützt und sich beide die Belohnung teilen, wurde als "Jissachar-Sewulun-Partnerschaft" bekannt.
Mark Twain schrieb einmal ein Buch mit dem Titel “Briefe von der Erde”. Viele Jahre lang wurde der Druck verboten, weil das Buch sich mit liebgewonnenen Vorstellungen der Menschen kritisch auseinander setzte.
Ein einzelner Mensch ist, so sagen unsere Weisen, nur „ein halber Körper.“ Der Mann wurde im Ebenbild G-ttes geschaffen, und das G-ttliche Ebenbild besitzt sowohl männliche, wie auch weibliche Aspekte.
"Am Anfang schuf G-tt die Himmel und die Erde." Um das mystische Licht zu entdecken, das diese Worte verbergen, müssen wir sie neu lesen.