Ki Tisa
Lieber Leser,
wir lesen in der dieswöchigen Sidra, dass Moses zu G-tt für die Israeliten betete, als diese sich mit dem Goldenen Kalb schwer versündigt hatten (Exodus 32, 11 ff.). Das mag uns veranlassen, mehr allgemein darüber nachzudenken, was "beten" eigentlich bedeutet; und so erscheint es angebracht, hierzu einige Gedanken vorzutragen.
Gewöhnlich wird das hebräische Wort "T’filla" mit "Gebet" übersetzt. Diese Übersetzung gibt jedoch die genaue Bedeutung des Wortes nicht wieder; denn der Begriff "Beten" umfasst eigentlich nur ein Bitten, Ersuchen, Erflehen oder etwas Ähnliches, und dafür gäbe es an sich eine Reihe hebräischer Wörter, die einen solchen Gedankeninhalt klarer zum Ausdruck bringen. Nein, unsere täglichen "Gebete" sind nicht einfach Ersuche, mit denen wir G-tt "bitten", uns unsere täglichen Notwendigkeiten zu gewähren – und das wäre dann alles. Selbstverständlich sind derartige Bitten auch in unseren "Gebeten" enthalten, aber der Begriff von T’filla hat, darüber hinaus, eine viel weitere, Ausdehnung.
T’filla ist ein Gebot G-ttes. Er hat uns geboten, zu Ihm zu beten, und zu Ihm allein. In Zeiten von Wohlergehen müssen wir G-tt danken; und selbst wenn bei uns alles in bester Ordnung ist, müssen wir dennoch täglich erneut zu G-tt beten, dass Er uns gnädig gesinnt bleibt und uns weiterversorgt.
Schabbat Schalom
Wie konnten sie nach einer solchen Begegnung mit dem G-ttlichen ein Götzenbild verehren? Das ist eine uralte Frage, und der Talmud meint, die Juden seien im Grunde über solche Sünden erhaben gewesen und hätten sie nicht begehen dürfen.
Ki Tisa kann einfach als: "Wenn ihr eine Volkszählung durchführt" oder auch als "wenn ihr aufhebt" übersetzen. Worum geht es im Tora-Abschnitt Ki Tisa?
Die dieswöchige Parascha Ki Tisa berichtet zu Anfang von dem Gebot der Tempelsteuer, bzw. von der jährlichen Abgabe eines halben Schekel (Machzit HaSchekel), mit der die täglichen Gemeinde-Opfer finanziert wurden. Diese Anweisung erscheint auf den ersten Blick auch als recht einfach verständlich und unkompliziert.
Einem Juden, der jede Bindung an Tora und Mizwot aufgegeben hat, weil er als ein "voll akzeptiertes Mitglied" in der Gesellschaft aufgehen möchte, kann manchmal die Frage vorgelegt werden, ob er das jüdische Volk als sein Volk betrachtet.
Nachdem in diesem Schaltjahr der 1. Adar (Adar Rischon) der "zusätzliche" Monat ist, wird Purim natürlich erst im 2. Adar gefeiert. Nichtsdestoweniger fällt in den augenblicklichen Monat "Klein-Purim" ("Purim Katan").
Zugegeben, jeder jüdische Feiertag beruht auf der selben Geschichte ("Sie haben versucht uns umzubringen, G-tt hat uns gerettet, lasst uns essen!). Jedoch für jeden Feiertag wird diese Geschichte anders erzählt.