Wajeze
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra Wajeze wird mit dem Vers eingeleitet: "Und Jakob zog aus von Beerschewa und ging nach Charan." Wie Raschi z. St. bemerkt, wiederholt dieser Vers und fasst zusammen, was schon am Schluss der vorhergehenden Sidra berichtet worden ist.
Alles in der Tora ist mit Genauigkeit gesagt; nichts ist überflüssig. Zahlreiche Vorschriften lassen sich manchmal aus einem einzigen, scheinbar "überflüssigen" Buchstaben ableiten. Hier wird sogar ein ganzes Thema nochmals aufgegriffen; und darin muss daher eine Botschaft enthalten sein, die wesentliche Bedeutung für alle Zeiten und Orte hat, unsere eigene Zeit eingeschlossen, denn die Tora ist zeitlos.
Die Tora legt zwei Erklärungen des Namens Beerschewa vor: einmal nach dem Schwur des Bundes zwischen Abraham und Abimelech, und zum zweiten nach der siebten Quelle, die nach Isaaks Friedensschluss mit Abimelech dort gegraben wurde. Aus beiden Erklärungen des Namens Beerschewa ist zu entnehmen, dass darin ein Zustand von Frieden und Ruhe für Israel angedeutet ist. Der Name Charan dagegen – der Platz, zu dem Jakob sich begab – zeigt das genaue Gegenteil an, wie unsere Weisen es erläutert haben, nämlich den "grimmigen Zorn (hebr. Charon Af) der Welt".
Es gibt Leute, die sich mit einem Problem abplagen, wie folgt: Der Ewige hat uns die Tora und die Mizwot "aus vollem und breitem Herzen" gegeben. Bei jeder Gelegenheit gilt es, entweder ein positives Gebot zu erfüllen, mit all seinen Ableitungen, oder aber wir müssen uns vor einer Übertretung eines der 365 Verbote und deren Ableitungen hüten. Zumindest hätte da G-tt doch all unsere Unruhen und Sorgen von uns fernhalten sollen – die Unruhe von Exil, die Sorge um das tägliche Brot usw. –, damit es so uns leichter gemacht würde, all diese Gebote einzuhalten! Nein, wir sollten eigentlich von allen alltäglichen Lasten frei sein, so dass wir viel mehr Zeit im Zelte der Tora verbringen könnten.
Da nun zeigt uns die Tora Verfahren und Handlungsweise eines Jakob, das ist die Handlungsweise Israels in einem Zustand von Reinheit, anders als die übrige Welt: "Nicht wie Abraham, der den Ischmael zeugte, auch nicht wie Isaak, der den Esau zeugte, sondern wie Jakob, der die zwölf Stämme hervorbrachte, denen kein Makel anhaftete".
Schabbat Schalom
Wer von uns hat ein wirklich “freies Wochenende”? Die Kinder wollen spielen oder haben Unterricht. Einkäufe sind zu erledigen. Die Bank muss gestrichen werden. Wir haben Verabredungen ...
In unserer Parascha erzählt die Tora zum ersten Mal über eine Hochzeit. Es wird erzählt, wie Jakob die zwei Schwestern Lea und Rachel heiratete.
Die Frage lautet nicht, ob wir diesen Teil haben, sondern, worum genau es sich dabei handelt. Geht es um Weiterbildung wie bei einem Handarbeitskurs, oder um eine Therapie? Ist es eine Pflicht wie das Einhalten der Gesetze oder der Gang zur Arbeit am Morgen? Oder gehört dieser „Teil“ einfach zu uns?
Die erste in der Tora erwähnte Hochzeit ist die von Isaak und Rebekka; dort aber werden eigentlich nur die Vorbereitungen dazu beschrieben. Jakobs Heirat dagegen, die in der dieswöchigen Sidra geschildert wird, ist die erste, über die die Tora Einzelheiten vorträgt.
Im Urlaub einen Autounfall zu haben ist nicht angenehm. Aber es passiert. Meine Frau Annette und ich fuhren durch die Schweiz, um nach Frankreich zu gelangen. Annette hatte ein schlechtes Gefühl, eine dunkle Vorahnung, sie wollte nicht über die Schweiz fahren, aber wir wählten diese Route trotzdem.
Der halachische Grund, warum Juden keine Doppelring-Trauung unter der Chuppa haben.
Eine Hochzeitszeremonie ist in der Tat ein fröhliches Ereignis: Wir sehen Familienmitglieder und alte Freunde wieder, wir tanzen und freuen uns. Wir teilen die Freude des jungen Paares, das eine lebenslängliche Verpflichtung eingeht. Aber warum heiraten die beiden eigentlich?