Wajischlach
Lieber Leser,
im Zusammenhang mit dem Vers in der dieswöchigen Sidra Wajischlach: "Dein Name soll nicht mehr Jakob genannt werden, sondern Israel" wirft der Talmud das folgende Problem auf: Würde man Abraham "Abram" nennen, so würde man die Anweisung übertreten: "Und dein Name soll nicht mehr Abram heißen". Wenn dem so ist, müsste dann nicht dasselbe auch für Jakob gelten müssen, dem oben zitierten Vers aus der heutigen Sidra gemäß? – Die Antwort des Talmuds auf die Frage lautet, dass in dieser Hinsicht ein Unterschied zwischen den Namen Jakob und Abram besteht. Denn nachdem G-tt Abraham seinen neuen Namen gegeben hat, wird er in der Tora nie mehr bei seinem vorherigen Namen genannt, während Jakob in der Tora auch weiterhin als Jakob verkommt, obwohl ihm der Name Israel beigelegt worden ist.
Das führt alsbald zu der naheliegenden Frage, aus welchem Grunde der Name Jakob beibehalten worden ist.
Nach einer chassidischen Erklärung zeigen die Namen "Jakob" und "Israel" zwei getrennte Phasen in der Dienstbeziehung zu G-tt an. Beide sind zu verschiedenen Zeiten für das religiöse Leben jedes Juden notwendig. "Israel" beinhaltet eine höhere Leistung, und doch wird damit der durch "Jakob" versinnbildlichte Dienst auf keinen Fall als überflüssig aufgehoben.
Der Unterschied zwischen beiden ist dieser: Der Name "Jakob" deutet an, dass er den Segen seines Vaters Isaak mit "Arglist und Spitzfindigkeit" erschlichen hatte. Durch List erwarb er für sich den Segen, der dem Esau zugedacht war. "Israel" hingegen bedeutet, dass die Segnungen durch "edles Verhalten und in aller Öffentlichkeit" erworben worden war.
Schabbat Schalom
Der Wochenabschnitt Wajischlach beginnt damit, dass Jaakow zu Esaw sagt: „Ich habe Lawan besucht.“ Er benutzte das Wort für „kurzen Besuch“.
Ein Mann weist seinen zehnjährigen Sohn zurecht, weil er ein Versprechen nicht gehalten hat. Er erinnert den Jungen daran, dass er dieses Versprechen schon einige Male abgegeben und gebrochen hat.
Diese Prototypen - das "Kind" und der "Diener" - gibt es in jeder Beziehung, wie z.B. in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz.
Jakob kehrte nach Kanaan zurück, nachdem er 22 Jahre im Exil in Charan bei seinem Schwiegervater Laban verbracht hatte, und traf so auch wieder mit seinem Bruder Esau zusammen. Einige Zeit nach dieser Rückkehr ereignete sich, was die Tora in folgenden Worten berichtet ...
Grundsätzlich drücken sich im Zerreißen Schmerz und Trauer über den Verlust eines Menschen aus. Die Tora ermutigt und befiehlt sogar, auf diese Art die Trauer auszuleben.