Bamidbar
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra kommt in der Synagoge jedes Jahr normalerweise am Schabbat unmittelbar vor dem Schawuotfeste zur Vorlesung (s. Tossafot zum Talmud, Megilla 31b unten). In der Tat ist unsere Sidra Bamidbar sehr bezeichnend für Schawuot; eine Verbindung wird gleich in den ersten Worten des Wochenabschnittes hergestellt, nämlich in G-ttes Anweisung (Num. 1, 2): "Nehmt die Gesamtsumme der ganzen Gemeinschaft der Israeliten auf." Diese Verbindung kommt allerdings erst dann klar zum Vorschein, wenn man den eigentlichen Sinn des Zählens zu begreifen sucht.
Raschi bemerkt zur Stelle: "Weil sie (die Israeliten) Ihm teuer sind, zählt Er sie zu jeder Stunde (das heißt: andauernd): Als sie aus Ägypten zogen, zählte Er sie; als sie beim Goldenen Kalb zu Fall kamen, zählte Er sie; und als Er sich anschickte, Seine Allgegenwart auf sie niederzulassen (im Stiftszelte) zählte Er sie."
In Beantwortung mehrerer Fragen, die sich aus dieser Erklärung Raschis ergeben, lässt sich folgendes sagen: Wenn immer Dinge gezählt werden, dann werden sie als gleichwertig angesehen; das heißt, dass sowohl der größte Mensch wie auch der geringste nur einmal gezählt werden, nicht mehr und nicht weniger. Und weil, wie Raschi doch sehr ausdrücklich betont, die Volkszählung ein Zeichen von G-ttes Liebe war, folgt daraus, dass von eben diesem Gesichtspunkt her jeder Jude als gleichwertig eingeschätzt wurde. Was ins Gewicht fiel, war also nicht seine Intelligenz, noch seine Stellung oder sein moralisches Ansehen, sondern allein das Wesentliche: seine jüdische Seele. Dies jedoch kann der Mensch gewöhnlich nicht sehen oder beobachten. Also folgt notwendigerweise, dass der schließliche Zweck dieser Volkszählung darin bestand, die Seele jedes Juden herauszustellen, sie freizulegen.
Schabbat Schalom
Ein wichtiges Thema in der dieswöchigen Sidra ist die Volkszählung der Israeliten. In Hinsicht auf dieses Zählen waren sie alle gleichwertig, der bedeutendste unter ihnen war nicht mehr als „Eins“ und der einfachste nicht weniger als „Eins“.
Im Sommer 1955 schrieb ein junger Mann dem Lubawitscher Rebbe von seinem Plan, eine kurze Reise in eine bestimmte Stadt zu machen. Der Rebbe drängte ihn in seiner Antwort, auf die dort wohnenden Juden positiv einzuwirken.
Wenn ich eine Operation brauche, gehe ich nicht zum Metzger, sondern zu einem Chirurgen. Und wenn Sie mit dem Gesetz in Konflikt kommen, wenden Sie sich an den besten Anwalt, nicht an einen Bürogehilfen.
In der dieswöchigen Parascha Bamidbar lesen und lernen wir in der siebten Alija, daß die heilige Bundeslade, wenn das Lager Israels von einem Ort zu einem anderen unterwegs war, von den Söhnen Kehot's in drei Umhüllungen eingepackt und in diesen auch transportiert wurde.
Warum der Countdown zum Schawuot-Feiertag? Was verbindet die Zahlen und das Zählen mit dem besonderen Geschenk, das unser Volk an diesem Feiertag erhalten hat?
Wie jedes Wort in der Tora, so haben auch diese Worte des Schma Jisraels, die wir jeden Tag zweimal sprechen, viele Bedeutungen.