Behar-Bechukotai
Lieber Leser,
Sinn und Bedeutung der augenblicklichen Zeitspanne des "Omerzählens" lassen sich durch die folgenden Überlegungen erhellen:
Pessach ist bekanntlich das Fest, an dem wir die Befreiung aus Ägypten feiern, am Schawuot-Feste gedenken wir der Entgegennahme der Tora am Berge Sinai. Zwischen diesen beiden Festen liegen 49 Tage; und diese entsprechen den sieben Wochen, die es dauerte, bis die Israeliten Ägypten verlassen hatten, den Sinai erreichten und sich auf die Verkündung der Tora vorbereiten konnten. Während dieser Zeitspanne nun zählen wir die Tage – ganz analog der Handlungsweise der Israeliten damals, die (wie die Tradition uns berichtet) in ungeduldiger Erwartung der Offenbang der Tora jeden Tag zählten.
Für sie war, immerhin, eine gewisse Vorbereitungszeit unerlässlich; denn unmittelbar vor ihrem Auszuge aus Ägypten befanden sie sich in einem Zustand von sklavischer Unterdrückung, der in seiner erniedrigenden Form seinesgleichen suchte. Jeder, der mit den Zuständen im alten Ägypten einigermaßen vertraut ist, kann bestätigen, wie sittlich verderbt die ganze Lebensweise der Bewohner dieses Landes in jenen Tagen war. Gegen den verheerenden Einfluss einer solchen Umgebung war der Charakter der unterdrückten Hebräer nicht immer immun geblieben. Nichtsdestoweniger waren diese vorherigen Sklaven im Verlaufe von nur 50 Tagen in der Lage, das höchstmögliche Niveau von Vergeistigung zu erreichen, so dass sie würdig befunden wurden, bei G-ttes Enthüllung am Berge Sinai persönlich zugegen zu sein.
Die geistige Freiheit, welche die Tora ihnen brachte (und deren Glanz sich dann auch auf die ganze Welt ausgewirkt hat), ging Hand in Hand mit materieller Freiheit, das heißt, mit der Lösung aller materieller Probleme. Die Tora lehrt, dass den Israeliten ihr täglicher Lebensunterhalt gesichert war, in der Form des Mannas, das täglich vom Himmel fiel. Begleitet wurden sie von Miriams Quelle, die sie mit Wasser versorgte, wohin immer sie zogen. Die Feuersäule zog ihnen voran bei Nacht und vernichtete die giftigen Schlangen und Skorpione der Wüste, während die Wolkensäule sie bei Tag umhüllte und ihre Kleidung in Ordnung und sauber erhielt. Kurzum, auch auf materieller Ebene wurden alle ihre Bedürfnisse erfüllt.
Chasak Chasak wenisChasek
Schabbat Schalom
Wenn Sie in den fünfziger oder sechziger Jahren aufgewachsen sind, erinnern Sie sich gewiß noch an die damals herrschende Meinung, man solle Entscheidungen eines Ministers oder Regierungschefs nicht anzweifeln, weil dieser “mehr weiß als wir”.
Ein Grund für das Schabbat-Jahr - das Schmitta-Jahr - ist der, den Boden in Israel ein Jahr lang ruhen zu lassen, um dessen Fruchtbarkeit wieder herzustellen.
In Paraschat Bechukotai wird dem jüdischen Volk viel Gutes versprochen, falls es die Tora befolgen werde. Der Regen werde zur Zeit kommen, das Getreide und die Früchte würden reifen und gedeihen und im Lande werde Frieden herrschen.
Lag BaOmer, der 33. Tag von Omer, feiert die Jahrzeit von Rabbi Schimon Bar Jochai. Er war der Erste, der die mystischen Aspekte der Tora – die Kabbala - öffentlich verkündete, und er schrieb auch den Sohar, das grundlegende Werk zur Kabbala.
Lag BaOmer erinnert an das Ableben von Rabbi Schimon bar Jochai, einem der führenden Weisen des Talmud und Autor des Sohar, dem grundlegenden Text der Kabbala.
Einmal wurde ein Mann bei Rabbi Schneur Salman von Ladi der Heuchelei beschuldigt. „Er hält sich für einen Chassid“, erfuhr der Rebbe.