Wajera
Lieber Leser,
wenn Sportjournalisten Awrahams Leben verfolgt hätten, dann hätten sie ihn bestimmt „Mr. Selbstopfer“ genannt. Als junger Mann saß er wegen seines Glaubens zehn Jahre im Gefängnis. Später wurde er in einen Feuerofen geworfen, weil er sich öffentlich weigerte, dem heidnischen König zu huldigen.
Dann unterstützte er sein Leben lang andere Menschen. Obwohl er reich genug war, um in einer bequemen Oase zu leben, entschied er sich für ein einfaches Zelt in der Wüste. Dort bekamen Bedürftige Nahrung, Schatten und spirituellen Rat. Doch erst als er Jizchak fesselte, wurde Awrahams Glaube in vollem Umfang offenbar. G-tt bat ihn sogar: „Bitte, bestehe diese Prüfung, andernfalls war alles umsonst, was du bisher getan hast.“
Manchmal ist ein Selbstopfer nicht so selbstlos, wie es scheint. Es kann genauso berechnend sein wie eine geschäftliche Entscheidung. Einerlei, ob der Lohn ewige Seligkeit oder politische Propaganda ist, ein berühmter Tod kann besser aussehen als ein unbekanntes Leben. Der Lohn ist größer als der Verlust.
Für Awraham war es jedoch schrecklich, seinen Sohn auf den Altar zu legen. Er wollte ja die Welt besser machen, und Jizchak sollte sein Werk fortsetzen. Awraham träumte davon, der Ahne eines heiligen Volkes zu werden, und das war ohne Jizchak nicht möglich. Awraham konnte also nur verlieren. Trotzdem war Awraham bereit, alles aufzugeben, wenn G-tt es von ihm verlangte.
Schabbat Schalom
Vorige Woche lasen wir, wie Awraham von G-tt seinen Marschbefehl erhielt. „Lech Lecha“ – „Verlasse dein Land, deinen Geburtsort, das Haus deines Vaters und geh ins Land, das ich dir zeigen werde.“
Awraham widmete sein ganzes Leben der Aufgabe der Menschheit den Glauben an den Einen G-tt zu verkünden. Die Thora erzählt in unserem Wochenabschnitt davon, dass Awraham in der Wüstenlandschaft Israels eine Gaststätte für Reisende errichtet hatte, und nachdem jene bei ihm rasteten, aßen und tranken, erzählte er ihnen von dem Einen G-tt, Der alles erschuf, und schlug ihnen vor G-tt für all die guten Speisen zu danken.
In den ersten Versen der dieswöchige Sidra wird geschildert, wie Abraham, der Stammvater der Juden, sich von den Nachwehen seiner Beschneidung erholte.
Ein Freund hat mich letztens gefragt, warum wir eine Brit Mila (Beschneidung) machen. Ich habe irgendwas gesagt von Gesundheit, Tradition, alten Leuten, acht Tagen, Schmerzen und eine Menge anderen Blödsinn, bevor ich mich entschloss, Ihnen diese Frage zu überantworten.
Ein grundlegender Leitfaden für die jüdische rituelle Beschneidung.
Worte sind kreativ. Die Worte, die wir benutzen (laut oder in Gedanken), spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Gefühlen und Einstellungen. Unsere Gefühle führen zu Taten, unsere Taten haben Folgen. Alles fängt mit Worten an. Warum sind Worte so mächtig?