Lieber Leser,

Chanukka ist das Fest in Erinnerung an jenen wunderbaren Sieg über die Griechen, der darin gipfelte, dass der Tempel gesäubert und neu eingeweiht werden konnte. Was war die "Geheimwaffen" der Hasmonäer, die es ihnen ermöglichte, eine so gewaltige Überzahl zu besiegen? Ihre "Geheimwaffe" war "Messirat Nefesch", das ist: Selbstaufopferung.

Es gehört zum Wesen all unserer Feiertage, dass wir aus Ereignissen aus der Vergangenheit, auf denen jedes Fest basiert, Lehren entnehmen und diese auf die heutige Zeit anwenden – also auf das tägliche Leben jedes Juden individuell wie auf die jüdische Gemeinschaft insgesamt. Wenn wir auf diese Weise nun die Lehre von Chanukka in Anwendung bringen, dann lassen sich mehrere Gesichtspunkte herausstellen.

Zuerst einmal sehen wir, dass unter gewissen Umständen sogar eine so heilige Stätte wie der Tempel verunreinigt werden kann, obwohl nach außen hin alles weiterhin unversehrt erscheint. Zweitens lernen wir, dass in einem derartigen Falle eine Säuberung und Neuweihung nur durch "Messirat Nefesch" möglich ist, durch eine aufopferungsvolle Entschlusskraft, den "Mächten der Dunkelheit" zu widerstehen, ohne dabei lange die wahrscheinlichen Überlebenschancen einzukalkulieren. Denn nachdem es keinen Kompromiss geben kann mit einem Feind, der darauf versessen ist, all dasjenige zu entweihen, das dem Judentum heilig ist, lässt sich nur eine einzige jüdische Antwort geben: Bedingungsloser Widerstand, wobei das Endresultat in G-ttes Hand liegt. Das Prinzip ist immer und zu allen Zeiten gültig geblieben: Wenn wir die "Geheimwaffe" von "Messirat Nefesch" besitzen, kann niemals ein Zweifel über den Ausgang der Schlacht bestehen.

Schabbat Schalom