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Lieber Leser,
wie die Tora in der dieswöchigen Sidra berichtet, wurde den Israeliten in Ägypten befohlen, am 10. Nissan ein Lamm ins Haus zu nehmen und es dort mehrere Tage bereit zu halten, bis zum 14. Nissan; dann sollte es als Pessachopfer geschlachtet werden.
Unsere Weisen haben den Grund für dieses mehrtägige Bereithalten des Lammes so erklärt: Wenn die Ägypter sehen würden, dass die Israeliten diese Tiere in ihren Häusern hatten, würden sie fragen, welchem Zweck dies dienen sollte. Darauf würden die lsraeliten antworten, dass in einigen Tagen diese Lämmer geschlachtet und als Opfer dargebracht werden würden.
Nun war das Schaf einer der von den Ägyptern verehrten Götzen. Angesichts dessen – ungeachtet dessen – befahl G-tt den Juden, sie sollten diese Lämmer vier Tage bei sich zu Hause bereit halten, und sie sollten den Ägyptern, auf deren Fragen, wahrheitsgetreu den Zweck dieses Unternehmens mitteilen. Das war immerhin ein Akt von großer Entschlossenheit und von Selbstaufopferung, und damit erwarben sie sich das Verdienst, aus der Sklaverei tatsächlich befreit zu werden. Wie unsere Weisen ferner bemerkten, konnten die Israeliten zu jenem Zeitpunkt, als der Auszug aus Ägypten bevorstand, keine besonderen Verdienste für sich verbuchen, und sie hatten keine Mizwot getan; und in der Tat waren viele von ihnen selbst Götzenanbeter.
Deshalb gab G-tt ihnen die spezielle Mizwa des Pessachopfers, und als Belohnung dafür wie auch für ihre Bereitwilligkeit, zusätzlich die direkte Gefahr von Selbstaufopferung auf sich zu nehmen, wurden sie erlöst.
Schabbat Schalom
Die allererste Mitzwa an das jüdische Volk ist „die Heiligung des Neumonds“. Sie wird in unserem Wochenabschnitt erwähnt: Dieser Monat sei euch der Kopf aller Monate, der erste der Monate sei er euch. Die Thora gebietet dem jüdischen Volk den Beginn jedes Monats anhand des Erblickens des Neumonds festzulegen.
Mizwot die mit der rechten Hand ausgeführt werden, sowie Richtlinien für Linkshänder.
Die dieswöchige Parascha erzählt, wie dem jüdischen Volk in Ägypten aufgetragen wurde, kurz vor der Nacht seiner Erlösung ein Lamm einzukaufen und dieses am Tag vor der Erlösung zu schlachten.
Die dieswöchige Sidra enthält die markigen Worte (Exodus 10, 3): "Moses und Aaron kamen zu Pharao und sagten zu ihm. So hat der Ewige, der G-tt der Hebräer, gesprochen: Wie lange weigerst du dich noch, dich vor Mir zu demütigen? Lass Mein Volk gehen, dass sie Mir dienen!"
Mazza ist mehr als Essen, es ist ein Weg um den Exodus erneut zu durchleben. Es ist übrigens die einzige Mizwa heutzutage die wir wirklich essen und verdauen können.
Rabbi Josef Weinberg arbeitete mehr als vierzig Jahre eng mit dem Lubawitscher Rebbe zusammen, der Chabad Lubawitsch seit 1951 leitete.