Lech Lecha
Lieber Leser,
mit der dieswöchigen Sidra beginnt die Tora die Schilderung der Lebensgeschichte unseres Vaters Abraham. Abraham wurde von G-tt sehr geliebt, und die Gründe dafür werden uns mitgeteilt (Genesis 18, 19): "Denn ich habe ihn anerkannt, damit er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm anbefehle, dass sie den Weg G-ttes bewahren, Milde und Recht zu üben." Abraham wurde also deshalb von G-tt geliebt, weil er zu seinen Kindern von G-tt sprach; er belehrte und unterrichtete sie, er leitete sie an, er flösste ihnen die Liebe zu G-tt und Seiner Lehre ein.
Unsererseits müssen wir alles daran setzen, unseren jungen Leuten beizubringen, was ein "bleibender Wert" ist, also ihnen zeigen, wie ein Prinzip bestehen bleiben und gedeihen kann, was immer die Zeitumstände, und wie die Mizwot das einzige Wertgut sind, welches buchstäblich Tausende von Jahren in der Geschichte unseres Volkes überlebt hat.
Alles andere war wohl Änderungen unterworfen. Im Laufe dieser Jahrtausende hat unser Volk, zum Beispiel, nicht nur Hebräisch gesprochen, sondern aus – periodisch – Aramäisch, Aschdodisch und mehrere altertümliche, untergegangene wie auch moderne Sprachen. Essensgewohnheiten haben sich gleichfalls im Laufe der Jahrhunderte geändert. Selbst Denkweisen haben innerhalb der verschiedenen Kulturen Wechsel durchgemacht. Eines jedoch hat sich nicht verändert, und unsere Jugend hungert und dürstet gerade nach einem solchen Ideal, das nicht zeitgebunden und nicht vergänglich ist.
Schabbat Schalom
Wozu hat G-tt den "Vater aller Religionen" angehalten, seinen 75. Geburtstag zu feiern: Er bat ihn, umzuziehen!
Diese Geschichte ist ein beliebtes jüdisches Thema: Jemand wird in Armut geboren und hat einfache Eltern. Er verlässt die Schule mit sechzehn und wird Zeitungsjunge. Wenige Jahre später leitet er eine große Firma.
In der Woche vor Schabbat Lech Lecha "leben" wir (gleichsam) jeden Tag zusammen mit unserem Vater Abraham, der als erster die Schleusen von "Messirat Nefesch" (selbstloser Hingabe) geöffnet hat.
Unser Leitgedanke zu Lech Lecha
Männer hätten ohne Vorhaut geschaffen werden sollen, doch G-tt wollte, dass wir es selbst tun. Dies geschah um zu demonstrieren, dass wir die physische Gestalt unseres Körpers vervollständigen, sowie die Konturen unserer Persönlichkeiten und Formen unserer Seelen perfektionieren können.
Am siebenten Tag des Monats Cheschwan, 15 Tage nach dem Abschluss des Festes [von Sukkot], beginnt man für Regen zu beten. Dies geschieht, damit es dem letzten Juden ermöglicht wird, den Fluss Euphrat zu erreichen.
Gemäss seiner Tradition wird jeder Jude von zwei allgemeinen Seelen "betätigt": Die erste ist die Menschliche Seele oder Lebenskraft. Die zweite Seele ist die G-ttliche Seele, von der alle überweltlichen, selbstlosen und spirituell motivierten Qualitäten stammen.
