Lech Lecha
Lieber Leser,
In der dieswöchigen Sidra Lech Lecha wird dargestellt, wie Abraham, Vater des jüdischen Volkes, von G-tt die Ankündigung erhält, seine Nachkommen würden in die Galut gehen müssen, das ist: Exil und Zerstreuung unter den anderen Nationen. Heute, fast 4000 Jahre nach jenem Ereignis, müssen wir, wenn wir unsere Geschichte überschauen, auf eine Galut nach der anderen zurückblicken, auf Unterdrückungen, Verfolgungen und weitere Zerstreuung; und wir fragen uns: Wie war es möglich, dass wir all dies überleben konnten, worin besteht das Geheimnis unserer Überlebenskraft?
Unser Volk ist eines der ältesten auf der Erde, mit einer Geschichte, die bei der Offenbarung am Berge Sinai anfing, vor über 3300 Jahren. Im Verlauf dieser vielen und langen Jahrhunderte haben wir in den verschiedensten Lagen und Zuständen leben müssen, an weit voneinander entfernten Plätzen überall auf der Welt. Die wesentlichen Elemente, die die Grundlage der Existenz unseres Volkes und die eigentliche Quelle seiner einmaligen und einzigartigen Stärke bilden, sind nicht etwa in seiner außerordentlichen Körperkraft oder seinen besonderen geistigen Charaktermerkmalen zu suchen, noch in seiner Sprache, seinen Sitten und Lebensgewohnheiten im breiteren Sinne, noch sogar in einer sogenannten "Rassenreinheit"; denn was den letzteren Punkt spezifisch betrifft, so gab es Perioden in der Frühgeschichte unseres Volkes, wie auch im Mittelalter und selbst in neueren Zeiten, da ganze Völkergruppen und Stämme zu Proselyten und damit Teil unseres Volkes wurden.
Das wesentliche Element vielmehr, welches dazu angetan ist, zu allen Zeiten unsere weit verstreute Nation zu einigen und uns wahrhaft zu einem Volke zu schweißen, ist angezeigt durch die Tora und die Gebote, es ist das jüdische Lebensprinzip, also jene jüdische Weltanschauung, die sich grundsätzlich gleich geblieben ist in allen Zeitaltern und an allen Orten. Die Schlussfolgerung ist über jeden Zweifel erhaben: Tora und Mizwot sind es, die unser Volk auf der Weltenbühne unzerstörbar gemacht haben, sowohl angesichts aller Metzeleien und Pogrome (welche unsere physische Zerstörung zum Ziele hatten) wie auch ungeachtet aller ideologischen Angriffe (die unsere geistigen Vernichtung anstrebten).
Schabbat Schalom
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Von der Verkündung der Geburt Itzchaks durch G-tt schien Awraham nicht besonders begeistert zu sein. Er sah in Ismael seinen Nachfolger, welcher in den Wegen G-ttes wandeln sollte. Doch G-tt hatte andere Pläne.
"Holt bitte eure Chumaschim heraus", sagte die Klassenlehrerin zu den Schülerinnen. Die Mädchen haben gerade den Wochenabschnitt 'Noach' gelernt und waren bereits begierig darauf, mit der nächsten Parascha 'Lech Lecha' zu beginnen.
Wir leben in einer faszinierenden Zeit. Die Physik hat uns tiefe Einblick in die Zusammenhänge der Natur verschafft, und wir können die Fähigkeiten, mit denen G-tt uns gesegnet hat, immer besser nutzen.
Im neuen Wochenabschnitt betritt Awraham die biblische Szene. Unser Gründervater bringt der Welt neues Leben, denn er verbreitet den Monotheismus in einer bis dahin heidnischen Gesellschaft.
Abram und seine Frau Sarai reisen mit Abrams Neffen Lot zum Land Canaan, Sarai wird von Pharao gefangen gehalten und Lot lässt sich in Sodom nieder. G-tt besiegelt mit Abram den Bund. Ischmael wird geboren, Aus Abram wird Abraham, aus Sarai wird Sara, und ihnen wird ein Sohn versprochen. Abraham beschneidet sich selbst.
Die erste Mizwa, die an einem jüdischen Baby, falls es ein Junge ist, ausgeführt wird, ist die Beschneidung. Hebräisch heißt sie Brit Mila (Bund der Beschneidung).
Da der Name und die hebräischen Buchstaben, aus denen der Name besteht, das Schicksal des Kindes wesentlich mitbestimmt, erleben der Kabbala zufolge Eltern bei der Namenswahl für ihre Kinder eine prophetische Eingebung.