Kurze Zeit später wurde Seleucus ermordet, und die Herrschaft seines Bruders Antiochus IV begann (3586 / 175 v.d.Z.). Er war ein impulsiver Tyrann und hielt nichts von Religionsfreiheit. Er wurde „Epiphanes“ („Liebling der Götter“) genannt, aber der zeitgenössische Historiker Polebius gab ihm den Beinamen „Epimanes“ („der Verrückte“), was auf diesen harten und grausamen König besser passte.

Antiochus wollte sein Reich durch eine gemeinsame Religion und Kultur einen und versuchte daher, den Juden ihre Individualität zu nehmen, indem er das Gesetz der Tora verbat. Er ersetzte den gerechten Jochanan durch dessen Bruder, den Hellenisten Jehoschua, der unter dem griechischen Namen Jason bekannt war und seine neue Stellung nutzte, um unter den Priestern griechische Bräuche zu verbreiten.

Bald wurde jedoch Jason infolge politischer Intrigen durch Menelaos abgelöst, der dem König mehr Einnahmen versprochen hatte. Als Jochanan sich gegen den Einfluss der Hellenisten im Heiligen Tempel wandte, fiel er einem Attentat zum Opfer; der amtierende Hohepriester hatte die Mörder gedrungen.

Mittlerweile führte Antiochus erfolgreich Krieg gegen Ägypten. Die Römer verlangten einen Abbruch der Kriegshandlungen, und Antiochus musste sich fügen. In Jerusalem lief allerdings das Gerücht um, dass er bei einem schweren Unfall umgekommen sei, und das Volk lehnte sich gegen Menelaos auf. Er und seine Anhänger flohen aus der Stadt.