Der sechste Lubawitscher Rebbe, Rabbi Yosef Y. Schneerson, erzählte vor etwa 64 Jahren folgende Geschichte:
Rabbi Schneur Zalman von Liadi, der erste Chabad-Rebbe, hatte einen Schüler, der zugleich ein großer Wohltäter war. Zwei Anliegen lagen ihm besonders am Herzen: die Unterstützung der jüdischen Gemeinde im Land Israel und die Freikaufung von Gefangenen.
Dieser wohlhabende Chassid hatte seine Kinder bereits verheiratet und begonnen, Mitgiften für seine weniger wohlhabenden Verwandten zuzusagen, als sich das Blatt wendete und seine Finanzen ins Wanken gerieten.
Er war gezwungen, Geld zu leihen, und am Ende stand er mittellos da. Überwältigt und von Gläubigern verfolgt, führte er das aus, was jeder Chassid tun würde: Er reiste zu seinem Rebben und schüttete ihm sein schweres Herz aus.
Nachdem Rabbi Schneor Zalman seinen Klagen aufmerksam zugehört hatte, wandte er sich an ihn: „Du sprichst davon, was du brauchst, sagst aber nichts darüber, wofür du gebraucht wirst!“
Im Wochenabschnitt dieser Woche, dem ersten des Buches Exodus, lesen wir vom Beginn des harten Exils in Ägypten. Doch mit der Krankheit kommt auch das Heilmittel: In derselben Stelle lesen wir von der Geburt Mosches, des Mannes, der das jüdische Volk aus seiner Knechtschaft führen sollte.
Eines der ersten Dinge, die wir über Mosche erfahren, ist, wie er einem anderen Menschen hilft. Als er aus seinem behüteten Leben als Mitglied des Haushalts des Pharaos heraustritt, sieht er, wie ein israelitischer Sklave von einem Ägypter grausam geschlagen wird, und rettet ihn.
Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen es eine Herausforderung sein kann, an jemand anderen als an uns selbst zu denken, doch die Botschaft von Rabbi Schneor Zalman an den anonymen Chassid trifft den Kern: Du sprichst davon, was du brauchst, sagst aber nichts darüber, wofür du gebraucht wirst!
Oft ist die beste Reaktion auf Widrigkeiten, aus unserer Komfortzone auszubrechen und einem anderen Menschen mit Liebe und Dankbarkeit für all das Gute, das wir haben, zu helfen.
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