Es ist seit langem bekannt, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als Energiequelle auf Dauer nicht nachhaltig ist. Die natürlichen Ressourcen der Erde gehen zur Neige, und die Verbrennung von Kohle und Gas trägt zur Umweltverschmutzung und globalen Erwärmung bei. Solarenergie ist eine der besten Quellen für erneuerbare Energie, insbesondere in heißen Wüstengebieten. Dort ist das intensive Sonnenlicht eine starke Energieform, die in den meisten Fällen lediglich die Erde aufheizt, aber nicht für produktive Zwecke genutzt wird.
Das größte Solarkraftwerk der Welt wurde kürzlich in der Mojave-Wüste eröffnet. Es besteht aus Reihen von hellen Spiegeln, die sich über fast fünf Quadratmeilen des Wüstenbodens erstrecken. Die Spiegel bündeln das intensive Sonnenlicht der Wüste auf Kessel, die Wasser zu Dampf erhitzen. Der Dampf treibt dann eine Turbine an, um Energie zu erzeugen. Das Kraftwerk produziert genug Energie, um 144.000 Haushalte zu versorgen. Der Standort des Kraftwerks hat das ganze Jahr über praktisch ununterbrochenen Sonnenschein und liegt in der Nähe von Stromleitungen, was ihn zu einem idealen Ort für die Umwandlung von Sonnenlicht in nutzbare Energie macht.
Keine Form von Energie ist von Nutzen, wenn es nicht einen Weg gibt, sie zu kanalisieren und nutzbar zu machen. Andernfalls verpufft die Energie einfach. Ein ähnliches Konzept finden wir auch im jüdischen Denken. Es gibt bestimmte Zeiten im Jahr, in denen eine besondere spirituelle Energie entsteht - zum Beispiel am Schabbat, an Feiertagen und an Rosch Chodesh (Neumond). Wir müssen einen Weg finden, diese Energie einzufangen und sie zu nutzen, um uns als Menschen weiterzuentwickeln, um uns bei der Erfüllung von Mizwot mit Energie zu versorgen.
Ein Beispiel für schlecht kanalisierte Energie finden wir im Tora-Teil dieser Woche, als Nadaw und Awihu, zwei Söhne Aharons, das Mischkan (Stiftszelt) betraten und G-tt ein „fremdes Feuer“ brachten. Sie waren so begeistert vom Bau des Mischkan und von der Aussicht, G-tt nahe zu sein, dass sie ein Opfer zu einer Zeit darbrachten, die für sie nicht angemessen war. Das Ergebnis war, dass ihre Seelen einfach aus ihren Körpern flogen, um sich an G-tt zu binden. Wären sie nicht so übereifrig gewesen, hätten sie diese intensive spirituelle Kraft nutzen können, um echte Veränderungen und Verbesserungen in der Welt zu bewirken. Doch ihr spiritueller Eifer führte nur dazu, sich zu G-tt zu erheben, aber nicht dazu, die Energie hier auf der Erde zu kanalisieren. Deshalb haben sie nicht überlebt.
Im Laufe des Exils wurden wir mit der Aufgabe betraut, „Spiegel in der Wüste“ zu bauen, um die intensive g-ttliche Strahlung, die auf uns herabstrahlt, nutzbar zu machen. Die „Spiegel“ sind unsere Mizwot, und das „Sonnenlicht“ ist das g-ttliche Licht, das durch unsere Handlungen auf die Welt herabgestrahlt wird. Wenn Moschiach kommt, wird das Bauprojekt abgeschlossen sein, und wir werden in der Lage sein, den vollen Nutzen aus dem Werk zu ziehen, das wir über so viele Generationen hinweg geleistet haben. Dann wird G-tt „die Sonne aus ihrem Schild nehmen“, und die Nacht wird wie der Tag leuchten.
Diskutieren Sie mit