Zaw
Lieber Leser,
“Opfer” ist ein seltsames Wort. Einst bezeichnete es eine Gabe, mit der Menschen G-tt priesen. Heute meinen wir damit etwas Schmerzhaftes, einen Verlust, manchmal einen tragischen Verlust.
Der Wochenabschnitt Zaw handelt hauptsächlich von der Vorbereitung und Durchführung der Opfer auf dem Altar. Wir lesen von Schuldopfern, Speiseopfern, Weiheopfern, Friedensopfern und so weiter. Hinzu kommen zahlreiche Einzelheiten über die Teile der Opfertiere und ihre Position.
Da G-tt keine materiellen Dinge braucht, warum waren all diese Rituale so wichtig? Weil materielle Dinge uns viel bedeuten.
G-tt ist von der himmlischen Ebene zu uns gekommen und hat uns reich beschenkt. Aber der Weg zurück ist länger, denn so leicht es ihm fällt, uns zu erreichen, so schwer fällt es uns, ihn zu erreichen.
Studium und Gebet sind ein Teil dieses Prozesses; aber sie sind intellektuelle und emotionale Äußerungen materieller Wesen. Wir sind Fleisch, und oft reagieren wir zuerst fleischlich auf die Welt.
Darum macht G-tt es uns ein wenig leichter. Er gibt uns Methoden, mit denen wir das Spirituelle durch das Materielle erreichen können.
Schabbat Schalom
In unserem Wochenabschnitt gebietet die Thora: Ein ständiges Feuer werde auf dem Altar in Brand gehalten; es erlösche nicht. Es musste zu jeder Zeit und in jedem Fall ein Feuer auf dem Altar brennen.
Gemäß jüdischem Gesetz können wir beobachten, dass gewisse Stellungen von Vater auf den Sohn weitervererbt werden, vorausgesetzt der Sohn erweist sich würdig, den Platz seines Vaters einzunehmen, während andere Positionen nicht vererbt werden.
In der dieswöchigen Sidra schreibt die Tora vor (Lev. 6, 6): "Ein ständiges Feuer soll auf dem Altar brennen; es soll nicht ausgehen." Dieses ständige, immerwährende Feuer, von Menschenhand gelegt, war im Heiligtum eine Vorbereitung für das Feuer, welches vom Himmel herunterkam.
Wenn wir über Purim lernen, so erfahren wir von zwei besonderen Festmahlzeiten – die eine schmaust sicher jeder mit seiner Familie am Purim-Tag, die zweite ging in die Geschichte als das 187 Tage dauernde Festmahl des Perserkönigs Achaschwerosch ein.
Haben Sie bemerkt, wieviel Mizwot mit dem Buchstaben Mem beginnen? Zuerst gibt es da den Mikra Megilla mit der Geschichte von Esther und Mordechai. Dann fallen einem natürlich auch Matanot le Ewjonim und Mischloach Manot ein.
Es ist interessant, dass zu den Bräuchen um Chanukka und Purim auch ein sich drehendes Spielzeug gehört. An Chanukka ist es ein Dreidel und an Purim versetzen wir einen lauten Gegenstand namens Gragger in Drehung.
