Bamidbar
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra kommt in der Synagoge jedes Jahr normalerweise am Schabbat unmittelbar vor dem Schawuotfeste zur Vorlesung. In der Tat ist unsere Sidra Bamidbar sehr bezeichnend für Schawuot; eine Verbindung wird gleich in den ersten Worten des Wochenabschnittes hergestellt, nämlich in G-ttes Anweisung: "Nehmt die Gesamtsumme der ganzen Gemeinschaft der Israeliten auf." Diese Verbindung kommt allerdings erst dann klar zum Vorschein, wenn man den eigentlichen Sinn des Zählens zu begreifen sucht.
Raschi bemerkt zur Stelle: "Weil sie (die Israeliten) Ihm teuer sind, zählt Er sie zu jeder Stunde (das heißt: andauernd): Als sie aus Ägypten zogen, zählte Er sie; als sie beim Goldenen Kalb zu Fall kamen, zählte Er sie; und als Er sich anschickte, Seine Allgegenwart auf sie niederzulassen (im Stiftszelte) zählte Er sie."
In Beantwortung mehrerer Fragen, die sich aus dieser Erklärung Raschis ergeben, lässt sich folgendes sagen: Wenn immer Dinge gezählt werden, dann werden sie als gleichwertig angesehen; das heißt, dass sowohl der größte Mensch wie auch der geringste nur einmal gezählt werden, nicht mehr und nicht weniger. Und weil, wie Raschi doch sehr ausdrücklich betont, die Volkszählung ein Zeichen von G-ttes Liebe war, folgt daraus, dass von eben diesem Gesichtspunkt her jeder Jude als gleichwertig eingeschätzt wurde. Was ins Gewicht fiel, war also nicht seine Intelligenz, noch seine Stellung oder sein moralisches Ansehen, sondern allein das Wesentliche: seine jüdische Seele. Dies jedoch kann der Mensch gewöhnlich nicht sehen oder beobachten. Also folgt notwendigerweise, dass der schließliche Zweck dieser Volkszählung darin bestand, die Seele jedes Juden herauszustellen, sie freizulegen.
Schabbat Schalom
Dinge, Dinge, Dinge ... Wir brauchen die richtige Kleidung für jede Gelegenheit. Unsere Kinder brauchen hundert Spielsachen.
Oft wird in der Tora erwähnt, dass sie in der Wüste Sinai gegeben wurde. So auch in unserer Parascha, welche mit den Worten „G“tt sprach zu Mosche in der Wüste Sinai ...“ beginnt. Nach der Wüste ist auch unsere Parascha benannt – „Bamidbar“ bedeutet in der Wüste.
Bestimmt kannte G-tt die „100 schönsten Urlaubsorte“ der Reisemagazine, die herrlichen Strände von Maui und die majestätischen Alpen. Warum gab er uns die Tora dann in einer heißen Wüste mitten im Sommer?
Bald feiern wir das Schawuot-Fest, an dem wir der Offenbarung der Tora gedenken, G-ttes herrlichster Gabe an das jüdische Volk. Ein besonderer Gedanke dazu sei hier herausgestellt.
Die Offenbarung der Tora, die wir am Schawuot feiern, ereignete sich bekanntlich im Siwan, dem dritten Monat im jüdischen Kalender. Dies war G-ttes Absicht, und daher muss eine besondere Erheblichkeit eben darin liegen, dass die Tora im dritten Monat gegeben worden ist.
Ich habe gehört, wie ein Anthropologe über Schaitels gesprochen hat. Er sprach darüber, wie paradox es sei, dass religiöse jüdische Frauen Perücken tragen.