Ki Tawo
Lieber Leser,
in der Zeit von Paraschat Ki Tawo begehen wir meist den 18. Elul, das ist der Geburtstag von Rabbi Schneur Salman von Liadi, des Begründers des "Chabad"-Chassidismus. Ebenfalls fällt auf dieses Datum der Geburtstag des Baal Schem Tow, der die allgemeine chassidische Bewegung ins Leben gerufen hat. Es ist somit nicht weiter verwunderlich, dass diesem Tag unter Chassidim eine besondere Stellung beigemessen wird. Dabei war die Zahl "achtzehn" noch von besonderer Bedeutung, weil ihr hebräischer Gegenwert "Chai" ("lebendig") ist; und so wird dieser Tag gewöhnlich "Chai Elul" genannt.
Die ethische Persönlichkeit muss sich bemühen, ihr Eigenleben, ihr tägliches Verhalten in völliger Harmonie mit ihren Überzeugungen zu gestalten, so dass dieser Mensch genau nach der Norm von Moral und Ethik lebt, die er sich gesetzt hat. Dieses gilt ganz vorzüglich für den religiösen Juden, da doch die jüdische Religion eine praktische Anleitung für das tägliche Leben ist und das Handeln, das tägliche Tun, als das Endziel allen Wissens und Erkennens betrachtet.
Wenn man das Leben von Rabbi Schneur Salman (der "Alte Rebbe" genannt) studiert, wie er ein Exponent der chassidischen Lehren des Baal Schem Tow war und so "Chabad" formulierte, muss man immer wieder bewundern, wie sein persönliches Leben so sehr mit seiner Philosophie und seinen Lehren in Einklang stand. Er selbst war die lebende Verkörperung all dessen, was er lehrte, und von noch mehr. Er hatte viele Vorzüge, die sich bis aufs Kleinste und Einzelnste erstreckten; denn er war jederzeit darauf bedacht, sich selbst in jeder Hinsicht zu vervollkommnen.
Jede einzelne seiner Taten war genau durchdacht und wurde dann mit peinlicher Gewissenhaftigkeit ausgeführt. Der Grundstein seines ethischen Systems war "Ahawat Jisrael", die Liebe zu allen Juden, so wie diese in der Praxis unmittelbar zum Ausdruck kommen konnte; und er versäumte keine Gelegenheit, dieses Prinzip auf sein eigenes Leben anzuwenden.
Schabbat Schalom
Der Abschnitt Ki Tawo der Tora beginnt mit der schönen Mizwa der Bikkurim, dem Gebot für alle Bauern, die ersten Früchte ihrer Ernte zum Heiligen Tempel zu bringen.
Dieser Abschnitt bezieht sich auf die Mizwa von Bikurim (die „Erstlingsfrüchte“). Das Land Israel zeichnet sich durch sieben Arten von Erzeugnissen aus: Weizen, Gerste, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln.
Der Chumasch Devarim, das fünfte der fünf Bücher der Tora, ist das Vermächtnis, das Mosche Rabbenu vor seinem physischen Abschied von ihnen überbrachte. Im Wochenabschnitt der Tora von Ki Tawo verkündet er eine erschreckende Prophezeiung über die Schrecken, die sie ereilen würden, wenn sie Haschem und die Tora aufgeben würden.
Elul ist der letzte Monat des Jahres, eine Zeit der guten Vorsätze. Wir verbessern, was noch nicht vollkommen ist.
Jedes Jahr im Elul wussten wir Kinder, dass Vater bald seinen besonderen Schofar holen und uns die Geschichte erzählen würde, über die wir immer mit offenem Mund staunten.
