Bechukotai
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra beginnt mit den Worten (Lev. 26:3): „Wenn ihr in Meinen Satzungen wandelt ...“. Der Talmud (Awoda Sara 5a) erklärt, dass das kleine Wort „Wenn“ (hebr. „im“) hier nicht, wie sonst oft, eine Bedingung beinhalten, sondern vielmehr einen Aufruf, nämlich G-ttes dringendes Ansuchen an uns alle, der Tora gemäß zu leben. Mit diesem Aufruf und Befehl ist uns nicht nur die Quelle angegeben, die es uns ermöglicht, das Ersuchen zu erfüllen, sondern in ihm selbst liegt auch gleichzeitig die Versicherung für jeden Juden, dass er dazu fähig sein wird.
Die gleiche Idee – dass also in einem Befehl auch bereits die „Versicherung des Könnens“ inbegriffen ist – lässt sich ebenfalls im Zusammenhang mit der Mizwa von „Ahawat HaSchem“, der Liebe zu G-tt, erkennen. Wie der „Alte Rebbe“, der Begründer des Lubawitsch-Chabad-Chassidismus, es erklärt hat: Das Gebot (Deut. 6:5): „Du sollst den Ewigen, deinen G-tt, lieben“ bedeutet (in der hebräischen Konjugationsform des Verbs) sowohl, dass du G-tt lieben sollst, wie auch, dass du lieben wirst, dass also mit dem Befehl der Liebe jedem einzelnen gleichzeitig die Befähigung zu lieben gegeben ist.
Die Liebe ist die Grundlage für alle 248 positiven Gebote der Tora.
Chasak, chasak wenitChasek
Schabbat Schalom
In unserem Wochenabschnitt warnt G-tt das jüdische Volk, nicht von dem Weg der Thora abzuweichen. Die Thora zählt daraufhin 49 schreckliche Flüche auf, die das Volk heimsuchen würde, wenn es nicht in den Wegen G-ttes ginge.
Mein Cholesterinspiegel ist zu hoch, mein Chef ist mit mir unzufrieden, meine Frau hält unsere Ehe für zerrüttet, und jetzt ist auch noch das Auto kaputt. Warum muss ich immer der Dumme sein? Habe ich das verdient? Bin ich wirklich so schlecht?
Ich verstehe, dass die Ägypter böse waren und bestraft werden mussten, und dass die Israeliten ihre Sklaven waren, misshandelt wurden und ihnen geholfen werden musste. Aber hätte G-tt nicht eine bessere Lösung finden können?
Wie in mystischen Texten erklärt, bildeten alle jüdischen Seelen eine einzige Einheit. Unsere Nation wird mit einem großen Körper verglichen, wobei jede Seele von einem seiner 248 Glieder stammt. Daher kommt auch unsere gegenseitige Verantwortung füreinander.
Der Talmud erzählt, dass Rabbi Akiwa 24000 Schüler hatte und fast alle in kürzester Zeit (innerhalb 33 Tage) starben, da sie sich nicht gegenseitig Ehre erwiesen. Das ist der Grund für die Trauer zur Omer-Zeit.
Meine Mutter war streng katholisch und mein Vater skeptisch anglikanisch und ging nie in die Kirche. Ich war immer so verwirrt. Doch Ihre Website hat mich wirklich angesprochen so dass ich denke, dass das Judentum das Richtige ist für mich. Was ist der nächste Schritt?