Tasria-Mezora
Lieber Leser,
der Doppelabschnitt Tasria-Mezora handelt von einem Leiden, das sich als schlimmer Hautausschlag äußert und Zara'at genannt wird. Als Ursache von Zara'at wird unter anderem "Laschon Hara", d. h. üble Nachrede anderen Menschen gegenüber, gesehen. Ob ein Hautausschlag tatsächlich als Zara'at zu werten ist und somit die betreffende Person rituell unrein macht, wurde in biblischer Zeit durch einen Kohen (Priester) festgestellt.
Hierzu musste der Kohen zunächst in alle Details, die die Gesetze von Zara'at betreffen, unterwiesen werden, so dass er die Entscheidung darüber, ob eine Person nun als rein oder unrein einzustufen war, selber treffen konnte. Alternativ musste ein Gesetzeskundiger, der sich in den betreffenden Vorschriften auskannte, dem Kohen mit fachgerechtem Rat zur Seite stehen. In jedem Fall bedarf es aber der Proklamation des Kohen, um eine Person wegen Zara'at unrein einzustufen.
Zara'at ist indes die schwerwiegendste Art von ritueller Unreinheit, die in der Tora genannt wird. Es ist die einzige Unreinheit, bei der die betreffende Person aus dem Lager Israel für sieben Tage in die absolute Isolation verbannt wurde.
Seinen nächsten Juden als Zara'at-unrein zu proklamieren stellte somit eine enorm große Verantwortung dar. Derjenige, der eine solch gravierende Entscheidung zu treffen hatte, musste dies mit dem größtmöglichen Mitgefühl tun. Die Tora überlässt es daher noch nicht einmal dem größten Tora-Gelehrten, eine Person als Zara'at-unrein zu proklamieren. Hierfür hat G-tt allein die Menschen auserwählt, deren innerstes Wesen mit tiefer Nächstenliebe erfüllt ist: G-tt wählte hierfür die Kohanim.
Nur ein Kohen - der ebenfalls dazu auserwählt ist, das jüdische Volk in Liebe zu segnen - kann eine solche Entscheidung treffen, die dann auch als aufrichtiges Urteil akzeptiert wird.
Wir alle sollten hiervon lernen, dass bevor wir uns ein scharfes Urteil über einen anderen Juden erlauben, uns vorher selber eingehend dahin prüfen müssen, wie es mit unserer unvoreingenommenen Nächstenliebe bestellt ist.
Schabbat Schalom
Der Tora-Abschnitt dieser Woche zählt die Gesetze der sich auf Menschen beziehenden rituellen Unreinheit auf.
Zara’at, die Hautverfärbung, die seit Jahrtausenden fälschlich „Lepra“ genannt wird, ist eine sonderbare Krankheit. Sie war nicht ansteckend, sondern trat nur auf, wenn jemand schlecht von anderen sprach.
Der Talmud lehrt: „Wir sehen alle Krankheiten außer unseren eigenen.“ Niemand untersucht seine eigenen Krankheiten; das muss ein anderer tun.
Die Sidra Mezora beginnt mit dem rituellen Reinigungsprozess des Aussätzigen. Die Hauptfrage die uns hier beschäftigen wird, ist, weshalb „Mezora“ als Name dieser Sidra gewählt wurde.
Bitachon (Vertrauen) bezeichnet einen starken Sinn an Optimismus und Zuversicht, der nicht auf unserem Verstand oder unserer Erfahrung, sondern auf Emuna (Glauben) beruht.
Als Rebbe Schmelke noch Rabbi von Nikolsburg war, hängte er in seinem Arbeitszimmer zwei Dinge an einen Nagel: einen Wanderstab und einen Beutel.