Acharei-Kedoschim
Lieber Leser,
dieser Wochenabschnitt enthält das Gebot, das große Berühmtheit erlangt hat: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Lev. 19, 18). Für den modernen Menschen hört sich diese Ermahnung manchmal nur wie ein frommer Wunsch an, ohne tiefere Bindung an die Realität des Lebens. Er denkt: "Wie kann erwartet werden, dass man eine Person trotz ihrer augenfälligen Unzulänglichkeiten wirklich liebt?"
Ein Heide kam einst zu dem berühmten Hillel mit dem Ersuchen, ins Judentum aufgenommen zu werden (Schabbat 31a). "Lehr mich die Tora, während ich auf einem Fuße stehe." verlangte er. Der weise Hillel erwiderte: "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu. Dies ist die ganze Tora, alles übrige ist Kommentar. Jetzt geh' hin und lerne!"
Hillel zog es vor, die Vorschrift der brüderlichen Liebe in negativer Form auszudrücken: "Tue nicht anderen an, was dir selbst verhasst ist." Weshalb lehrte er ihn nicht dieses Gebot in der einfachen, positiven Form, wie es in der Tora steht: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"?
Die Antwort darauf ist, dass Hillel, in seiner großen Weisheit, dieses Gebot in einer Weise auszudrücken für richtig hielt, wodurch die Vorschrift gleichzeitig erläutert und klar gemacht wird
Schabbat Schalom
In diesem Tora-Abschnitt werden Aaron und alle Hohepriester ermahnt, dass sie das Heilige der Heiligsten im Tempel nur am Jom Kippur betreten dürfen.
Sollen wir Menschen klonen? Gibt es Leben, das es nicht verdient zu leben? Wann dürfen wir Krieg führen? Ist Terrorismus immer falsch? Sind Homo-Ehen zulässig? Darf man Abtreibung legalisieren? Die Liste der ethischen Probleme im 21. Jahrhundert ist endlos.
Wie kann ich etwas teilen, das ich nicht habe? Wie kann ich jemand anderen akzeptieren, wenn ich mich nicht selbst akzeptiere?
Die dieswöchige Parascha scheint einen großen Widerspruch zu enthalten. Zu Anfang der Parascha wird über den Jom Kippur gesprochen, den heiligsten Tag im gesamten jüdischen Kalender.
Im 2. Jahrhundert n.d.Z. starben 24.000 Schüler, die alle bei dem jüdischen Weisen Rabbi Akiwa lernten, durch eine Plage. Das schlimmste an dieser Plage war, dass alle Schüler in einer sehr kurzen Zeit, - von Pessach bis Schawuot - starben.
In der ganzen Periode, da die Juden ursprünglich in ihrem eigenen Lande, in Erez Israel, lebten, begann im Monat Nissan die Erntezeit. Jedes Jahr am zweiten Tage von Pessach wurde im Tempel ein besonderes Opfer dargebracht – das Omer, ein bestimmtes Maß von neu geschnittener Gerste.
Wir wissen, dass Mitte des 18. Jahrhunderts in Osteuropa eine Bewegung begann, die einen weitreichenden und sogar revolutionären Einfluss sowohl auf die praktische Handhabung als auch auf das Gedankengut des Judentums ausübte.