Korach
Lieber Leser,
in der dieswöchentlichen Sidra wird ausgeführt, wie Korach, ein Angehöriger des priesterlichen Stammes Levi, gegen Moses als Führer des Volkes und Aaron als Hohepriester rebellierte.
Der Midrasch erzählt uns, dass Korach Moses mit einer Reihe von herausfordernden Fragen gegenübertrat (Midrasch Rabba, Anfang von Korach; Tanchuma ibid.). Eine davon bezog sich auf die Mesusa. Die Tora bestimmt, dass am rechten Türpfosten jedes Hauses eine Mesusa angebracht sein muss, das ist eine kleine Pergamentrolle, auf die die ersten zwei Absätze des "Schma Israel" geschrieben sind. Korach stellte an Moses die Frage: "Bedarf auch ein Haus, welches viele Torarollen enthält, einer Mesusa?" Moses erwiderte, dass die Inneneinrichtung eines Hauses in diesem Zusammenhang ganz belanglos ist; eine Mesusa muss an jedem Türpfosten sein.
Was ist die Logik von Moses’ Antwort? Auf einer Mesusa stehen doch nur zwei Abschnitte aus der Tora; wieso bedarf da ein Haus, in dem sich viele Rollen der ganzen Tora befinden, noch einer Mesusa? Und weiterhin: Ist es nicht gut genug, wenn man eine Mesusa, die in einer wertvollen, ausgeschmückten Kapsel eingehüllt ist, auf dem Regal liegen hat? Was ist der Zweck und die Bedeutung der Vorschrift, dass sie am Türpfosten angenagelt sein muss?
Die Erklärung ist diese: Wenn auch die Bücherschränke und Regale voll mit Torarollen und anderen heiligen Büchern sein mögen, so ist dadurch an sich die religiöse Lebensführung sein Bewohner nicht gewährleistet. Es ist erst die Mesusa an der Tür, die anzeigt, dass man sich dort der Gegenwart G-ttes aktiv bewusst ist. Die Mesusa ist am Pfosten der Tür angebracht, durch die man sein Haus betritt und verlässt. Symbolisch bedeutet dies, dass der Bewohner G-tt mit sich nimmt, wohin immer er geht. Seine Tora ist nicht auf das Bücherregal beschränkt, und auch nicht allein auf sein Studierzimmer: sie ist nicht eine bloße Theorie des Intellekts. Sie ist vielmehr ein Faktor in seinem Leben zu jeder Zeit, und all sein Tun steht unter dem Einfluss der Erkenntnis "Der Ewige, unser G-tt, ist der einzig Eine" (Deut. 6, 4), wie es in der Mesusa geschrieben steht.
Schabbat Schalom
Korach war ein sehr kluger Mann. Unsere Weisen sagen sogar, er habe Ruach Hakodesch gehabt, sei also g-ttlich inspiriert gewesen. Wie konnte ein solcher Mensch eine solche Dummheit begehen und gegen die Autorität von Mosche kämpfen?
Wären Sie beleidigt, wenn ich Sie einen Dieb nennen würde? Sie wären wohl nicht erfreut und würden mir künftig aus dem Weg gehen. Aber ist meine Behauptung wirklich völlig falsch?
Der Chassidischen Lehre folgend, kann Korach's Rebellion als direkte Folge der Sünde der Kundschafter gesehen werden. ... Die Sünde der Kundschafter erteilt uns also die bedeutende Lehre, daß das Judentum den physischen Dienst im Sinne der Tora über den rein geistigen stellt.
Vorige Woche haben wir auf den grundsätzlichen Irrtum der von Moses ausgesandten Kundschafter hingewiesen, der darin bestand, dass sie eigentlich nicht gewillt waren, die Tora auf die Praxis zur Anwendung zu bringen, auf das tägliche, materielle Leben.
Ich erinnere mich, die Nachrichten Sonntag früh (israelischer Zeit) gehört zu haben, und zum Flughafen geeilt zu sein. Ich erinnere mich, am Friedhof Stunden nach dem Begräbnis angekommen zu sein, inmitten einer immer noch nachströmenden Menschenmenge aus aller Welt, so wie es die ganze Nacht und noch die folgenden Tage und Nächte weiterging.
Nein, es ist keine jüdische Klingel. Es handelt sich hierbei um ein Sicherheitsgerät, das wir Mesusa nennen und mit dem höchsten Sicherheitsapparat der Welt verbunden ist.
Das Wohnzimmer, die Küche, das Esszimmer, das Schlafzimmer – jeder dieser Räume beherbergt und dient einem verschiedenen Aspekt unseres Lebens.