Mischpatim
Lieber Leser,
die dieswöchige Parascha heißt Mischpatim. Mischpatim sind - so würde man es in der Juristensprache ausdrücken - Zivil- und Strafrechtsgesetze und zwar solche, die sich dem menschlichen Verstand von selbst erschließen. Raschi kommentiert hierzu, "Tora-Gesetze die auch, wären sie nicht am Berg Sinai gegeben worden, in sonstiger Weise hätten eingeführt werden müssen." Mehr noch - diese Gesetze sind nicht nur für das Jüdische Volk selbstverständlich und notwendig, sondern für alle Gesellschaften - soweit gehend, daß die säkularen Gesetze sich diesbezüglich mit dem der Tora decken. Aus diesem Grund beginnt der Wochenabschnitt mit "und dies sind die Gesetze...", wozu Raschi kommentiert, "diese sind ebenfalls am Berg Sinai gegeben worden." Dies ist so zu verstehen, daß selbst jene Gesetze, die uns bereits unser menschlicher Verstand diktiert, gerade aus dem Grund befolgt werden müssen, weil sie von G-tt bestimmt wurden - und nicht primär deswegen, weil wir sie verstehen.
Schabbat Schalom
Wenn Sie je in ein Streitgespräch verwickelt waren, bei dem es um “Wissenschaft kontra Religion” ging, sollten Sie den neuen Wochenabschnitt, Mischpatim, gründlich lesen.
Jeder weiß, dass Rom nicht an einem Tag gebaut wurde. Fast alle Bauunternehmer benutzen diese Redensart als Ausrede, um Verzögerungen zu rechtfertigen. Aber wussten Sie, dass Jerusalem und das Heilige Land ebenfalls nicht an einem Tag erbaut wurden?
Viele Juden stecken in der Zwickmühle, was die Einhaltung der Mizwot anbelangt. Im Zeitalter des Hinterfragens und Verstehens ist die Bedeutung vieler jüdischer Bräuche unklar. „Warum?“ ist eine ständige Herausforderung. „Was nützt mir dieses Gebot?“ lautet die damit verbundene Frage.
Ein besonderer Absatz aus der Tora, "Paraschat Schkalim", wird zusätzlich zu der laufenden Sidra an diesem Schabbat in der Synagoge verlesen. Dieser Absatz beinhaltet das an jeden Juden gerichtete Gebot, einen Halben Schekel für den Unterhalt des Mischkan – des Heiligtums in der Wüste – zu entrichten.
Wie können die Kabbalisten sagen, dass die menschliche Seele ein Teil von G-tt auf dieselbe Weise, wie der vom Berg abgetragene Stein ist? Bedeutet es, dass es zwischen beiden keinen Unterschied gibt, - außer dass es nur ein Teil des Ganzen ist?
Grundprinzipien der Kaschrut-Gesetze sind z.B. das Unterscheiden zwischen den Fleisch- und Fischarten, die gegessen und jenen, die von uns nicht gegessen werden dürfen, oder das Beharren, dass ein Tier den betreffenden Regeln gemäss koscher geschächtet wurde oder die Trennung von Fleisch und Milch.