Wajeschew
Lieber Leser,
in der Tora können wir über Josefs zwei Träume lesen. In einem Traum sammelten er und seine Brüder Weizenbündel auf dem Feld, als plötzlich die Bündel seiner Brüder sich vor Josefs Bündel verbeugten. In seinem zweiten Traum verbeugten sich 11 Sterne, die Sonne und der Mond vor Josefs Stern. Die Träume ähneln sich zwar in ihrem Inhalt, aber nicht in ihrem Kontext. Der erste Traum ereignete sich auf der Erde, der zweite im Himmel.
Auch Pharao hatte zwei Träume. In einem Traum haben sieben abgemagerte Kühe sieben gesunde Kühe verschlungen. In seinem zweiten Traum haben sieben gesunde Stängel sieben ausgetrocknete Stängel verschlungen. Beide Träume ereigneten sich auf der Erde.
Warum sind Josefs Träume von der Erde zum Himmel aufgestiegen, aber Pharaos Träume blieben auf der Erde? In Josefs ersten Traum waren alle mit Arbeit beschäftigt. Weizen unter brennender Sonne auf dem Feld zu bündeln, ist harte Arbeit. Aber jemand der bereit ist, hart zu arbeiten, kann auch die Leiter zum Himmel ersteigen. Jemand der nicht bereit ist, hart zu arbeiten, bleibt wie Pharao, für immer auf der Erde.
Das ganz einfache und mühelose Leben ist nichts für uns. G-tt hat uns nicht in diese Welt gebracht, damit wir hier ein "easy life" genießen können. Wir sind hier, um schwere Entscheidungen treffen zu können, den schweren Aufstieg zu wagen, und den Himmel auf die Erde zu bringen. Das ist es, was uns besonders macht. Das ist es, was uns menschlich macht. Ja, das ist es, was uns zum auserwählten Volk macht.
Schabbat Schalom
Heutzutage leiden alle an einer Krankheit, die vor hundert Jahren noch nicht einmal einen Namen hatte, geschweige denn eine medizinische Bedeutung.
In dieser Woche lesen wir die dramatische Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Mäntel in lebhaften Farben, Geschwisterstreit, Schlangengruben und versuchter Brudermord prägen diese Parscha.
Es ist eine Ironie des Lebens, dass wir erst einen Tiefpunkt erreichen müssen, ehe wir uns zum Gipfel hinaufschwingen können. Es scheint fast ein Naturgesetz zu sein, dass dem Berg ein Tal, der positiven Situation eine negative vorausgehen muss.
In der dieswöchigen Sidra bezeichnet die Tora Josef als "schön von Gestalt und schön von Erscheinung" (Gen. 39, 6). Er pflegte sein Haar zu kämmen, und so fand ihn die Frau seines Meisters Potifar reizvoll.
Für die chassidische Bewegung hat das jüdische Jahr, ausser den „regulären“ Festen und Fasttagen, noch eine Reihe von bedeutsamen Daten, die als spezifisch chassidische Feste oder Gedenktage gefeiert werden. Der Kalender des Chabad-Lubawitsch-Chassidismus ist (sozusagen) noch „voller“ von solchen Ereignissen als derjenige anderer chassidischer Zweige.
Die Chanukka-Lichter sind mehr als einfach eine Erinnerung an Wunder vergangener Tage. Sie bieten uns Erleuchtung in einer Zeit, wo Sorgen und Ängste unser Leben verdunkeln.
Warum sehen wir heute keine Wunder mehr, wie die Juden sie in der Chanukka-Geschichte erlebten? Sagen Sie jetzt bitte nicht, jeder Tag sei ein Wunder, eine Geburt sei ein Wunder, und der Sonnenaufgang sei ein Wunder.
