Noach
Lieber Leser,
wir Heutigen leben, wie Noach, in einer Zeit von "Flut". Ohne Unterlass bedrohen uns die "Hochwasser" von Geschäftssorgen, Sorgen um den Lebensunterhalt ganz allgemein sowie eine Unmenge anderer quälender Nöte. Die dieswöchige Sidra Noach spricht sehr wesentlich auch unsere eigene Generation an, die doch gleichfalls eine "Arche" sehr nötig braucht.
Als die zum Bau eine Arche gehörenden Einzelheiten aufgezählt wurden, erhielt Noach unter anderem die Anweisung: "Ein Zohar sollst Du für die Arche machen." Raschi gibt folgende Erklärung für dieses spezielle Wort Zohar: "Manche sagen, es sei ein Fenster gewesen, andere sagen, es sei ein Edelstein gewesen, der Licht für sie ausstrahlte."
Der Unterschied zwischen Licht, welches durch ein Fenster eindringt, und Licht, das von einem Edelstein ausgestrahlt wird, ist dieser: Das erstere kommt von außen, während das zweite von innen ausgeht, aus dem inneren Kern des Steines selbst.
Unser G-tt zu leistender Dienst, wie er in der Beobachtung der Tora und durch die Einhaltung der Mizwot zum Ausdruck und zur Ausführung kommt, zielt darauf ab, ein Zohar für unsere Arche zu machen, für unsere Umgebung, für unsere kleine Ecke in der Welt, um so die ganze Welt mit G-ttes Licht zu erhellen.
Schabbat Schalom
Wer hat Zeit, sich ein Vermächtnis zu errichten, wenn nebenan ein hungriger Mann ist?
Als es am Anfang der Flutgeschichte zu regnen beginnt, wird Noach als „Mann mit schwachem Glauben“ beschrieben, der darauf wartet, dass das Wasser sein Knie erreicht, ehe er in die Arche geht.
Die ersten zwei Wochenabschnitte der Thora – Bereschit und Noach – stehen in enger Verbindung, denn beide handeln von der Erschaffung der Welt und ihrem Fortbestand. Bereschit schildert uns die Schöpfung, und in Noach schwört G-tt die Welt zu erhalten und nie wieder eine Sintflut über sie zu bringen.
Das hebräische Wort Noach bedeutet „Zufriedenheit“ und „Ruhe“. Der Abschnitt wiederholt den Namen Noach im ersten Vers zweimal. Der Sohar, der grundlegende Text der jüdischen Mystik, erläutert, dass diese Wiederholung nicht überflüssig ist.
In den Erläuterungen zum Wochenabschnitt Noach im Buch „Tora Or“ wird erklärt, dass die Flut nicht nur eine Strafe war, sondern auch der Reinigung diente. Die Flut hat also die Welt gereinigt, welcher zuvor unrein gewesen war.
Völlige sexuelle Enthaltsamkeit ist in manchen Religionen eine wichtige Vorschrift. Gandhi nennt sie in seiner Autobiographie Brahmacharya und rühmt ihre Kraft, den Geist auf eine höhere Ebene zu erheben.
Als G-tt Adam erschuf, im Moment als Adam seine Augen öffnete, wie sah sein psychologisches Profil aus? Er hatte keinen Ödipus-Komplex, denn er hatte keine Mutter. Er hatte auch kein Geburtstrauma, denn er wurde nicht geboren.