Ki Teze
Lieber Leser,
am Ende der dieswöchigen Sidra Ki Teze (Deut. 25, 13-16) schreibt die Tora uns genaue Maße und Gewichte vor. Unmittelbar auf diese Verse folgt das Gebot (ibid, 17-19), des hinterlistigen Angriffes zu gedenken, den Amalek auf die Israeliten kurz nach ihrem Auszug aus Ägypten gemacht hat. In seiner Erklärung der Nebeneinanderstellung dieser beiden Vorschriften, die doch, beim ersten Hinblick, scheinbar nicht zusammengehören, gibt der große Tora-Erklärer Raschi dem jüdischen Volke einen guten Rat (Raschi zu Vers 17): "Hast du Maße und Gewicht gefälscht, dann fürchte dich vor (G-ttlicher Strafe in der Form von) feindlicher Herausforderung, wie es heißt (Sprüche Salomons 11, 1): 'Betrügerische Waagen sind G-tt ein Greuel'."
Schabbat Schalom
Diese Woche finden wir in unserer Toralesung das Gebot, einen Zaun um das Dach eines Hauses zu machen. Gemeint sind damit natürlich nicht die spitzen alpinen Dächer, die wir hierzulande gewohnt sind.
Warum sollen wir Vorkehrungen treffen, wenn bestimmte Menschen ohnehin fallen? Nun, dieses Gebot hat einen besonderen Grund.
Auf ein ganz interessantes Gebot treffen wir in unserem Wochenabschnitt. Die Rede ist vom „Wegschicken der Vogelmutter“ bevor man sich an ihren Eiern vergreift. Das heißt, die Thora verbietet uns die Brut so wie auch die Vogelmutter zu erbeuten. Wir sollen es bei den gelegten Eiern belassen um einen Fortbestand dieser Tierart zu gewährleisten.
In der Tat scheint es hier eine gewisse Spannung zu geben, und jeder gute Dramatiker und Massagetherapeut weiß, mit Spannung lässt sich ganz gut spielen.
Die früheste Erwähnung des Brauchs scheint das Werk Sefer Shem Tov Katan des Kabbalisten Rabbi Binyamin Benish Cohen zu sein, das 1706 veröffentlicht wurde.
Es ist ein alter Brauch, im Monat Elul mehr Zeit für das Gebet und das Sprechen der Tehilim aufzubringen. Sogar gelehrte Juden, die sehr oft die Torah studieren, widmen dem Gebet und den Tehilim in diesen Tagen noch mehr Zeit.