Pinchas
Lieber Leser,
die augenblicklichen "Drei Wochen" sind eine Periode der Trauer für die Zerstörung unseres Tempels und die Verbannung des jüdischen Volkes in die Galut (Diaspora). Es handelt sich im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, um ein "Herunterkommen", einen "Abstieg" in die Galut – in den Zustand von Exil und Zerstreuung also, in dem wir uns seit der Zerstörung unseres zentralen Heiligtums in Jerusalem befinden.
In unseren Gebeten erklären wir: "Wegen unserer Sünden sind wir aus unserem Land verbannt worden." Aber die Verbannung als solche, der Zustand von Galut, darf nicht als eine bloße Bestrafung angesehen werden; es ist damit nicht beabsichtigt, die Juden – G-tt behüte – zu quälen und ihnen unaufhörliche Leiden zuzufügen. Im Gegenteil, der eigentliche Zweck der Zerstreuung besteht darin, uns von dem hässlichen und schädlichen "Schmutz" allen Übels zu reinigen, damit dadurch, dass wir auf unserer inneren Reserven von geistiger Kraft und Stärke zur Überwindung der Widrigkeiten von Galut zurückgreifen, veredelt werden (und dies natürlich auch in der Läuterung durch Leiden allgemein) und uns so zum höchsten Niveau emporschwingen, zum wahrhaften Höhepunkt von Vervollkommnung – sogar noch über das die vorexilische Niveau hinaus.
Mit anderen Worten: In ihrem tiefsten Wesen ist die Galut (sozusagen) eine Mission, ein Auftrag – als Weg, als Zugang und Methode, um ein besonders erhabenes Ziel zu erreichen.
Schabbat Schalom
In Paraschat Balak und Paraschat Pinchas wird erzählt, wie Pinchas, Sohn des Elassar, Sohn des Aharon einen Stammesfürsten vom Stamm Schimon, welcher eine midjanitische Frau in aller Öffentlichkeit zu sich nahm, tötete.
Wenn wir über das Gebet diskutieren, vergessen wir manchmal einen seiner Hauptzwecke: dass wir um etwas für uns bitten. Warum ist das so?
Unser Tag besteht aus einer Mischung von konstanten und veränderlichen Faktoren. An jedem Tag aufzustehen, bleibt konstant, nur die Zeit ist unterschiedlich. Ist Abwechslung nicht besser als der alte Trott? Können wir alle dem Teenager-Motto zustimmen: "Normal ist langweilig!"?
Die dieswöchige Sidra beginnt mit den Worten (Num. 25, 10-11): "Und der Ewige sprach zu Moses wie folgt: Pinchas, der Sohn Eleasars, der Sohn Aarons, des Priesters, hat Meinen Zorn abgewendet."
Der jüdische Kalender enthält einige Fasttage und die meisten drehen sich um die Zerstörung der beiden heiligen Tempel. Hier eine Liste aller Fasttage.
Ich liebe zwar das Erleben am Schabbat, besonders das Kerzenzünden und den Kiddusch, aber warum gibt es so viele Einschränkungen, z.B. nicht Auto fahren, keine Musik hören, keine Unterhaltungen am Telefon führen, nicht einmal seine E-Mail abrufen!