In Paraschat Balak und Paraschat Pinchas wird erzählt, wie Pinchas, Sohn des Elassar, Sohn des Aharon einen Stammesfürsten vom Stamm Schimon, welcher eine midjanitische Frau in aller Öffentlichkeit zu sich nahm, tötete. Durch diesen Akt rettete er das ganze Volk vor der schrecklichen Seuche, welche schon viele tausende Leben gekostet hatte.

Pinchas Akt war sehr mutig und selbstaufopfernd. Denn niemand, weder Mosche, noch Aaron, noch irgendein Anderer der großen Weisen und Führer des Volkes erinnerten sich an diese Gesetz, das dem Eifernden gebietet, ohne gerichtliche Verhandlung eine solche Tat zu bestrafen.

Pinchas hätte sich denken können, dass er viel zu klein war, eine solche Entscheidung auf sich zu nehmen und hätte sich ruhig tatenlos verhalten können, wenn es auch Grössere Menschen wie er taten. Warum geschah es tatsächlich, dass gerade nur Pinchas dieses Gesetzt in Erinnerung hatte?

Unsere Weisen erklären, dass jeder Mensch eine bestimmte Aufgabe und einen bestimmten Teil an der Tora hat. Es war Pinchas es Aufgabe, in diesem Moment das Volk durch eine wunderbar mutige Tat zu retten und deshalb liess es G-tt geschehen, dass alle Anwesenden dieses Gesetzt ausser ihm vergassen. Pinchas wurde später von verschiedenen Menschen verpönt und beschuldigt, einen grausamen Charakter zu haben. Doch die Tora bezeugt, dass dem keineswegs so war, sondern, dass er es aus Liebe zu G-tt und zum Volk getan hatte.

Auch von dieser Begebenheit können wir viel lernen: Es kommt öfters vor, dass eine gewisse Maßnahme notwendig ist, um das geistige oder physische Wohl des Volkes zu gewähren, dass jedoch die großen Führer im Volk sich dazu nicht äußern. Ein kleiner Mann könnte sich denken, dass er in einer solchen Situation keineswegs etwas tun könne, dass anderen entgangen ist.

Doch die Tora lehrt uns hier, dass vielleicht gerade ihm diese Tatsache aufgefallen ist, weil es seine spezifische Aufgabe ist, dieses Projekt anzugreifen. Jetzt hat seine große Stunde geschlagen und es steht ihm jetzt offen, seinem Volk einen großen Gefallen zu erweisen. Er soll sich genau wie Pinchas nicht zurückhalten und dasjenige tun, von dem er weiss, dass es richtig ist.