Emor
Lieber Leser,
in der Parascha Emor lesen wir unter anderem auch über das Gebot von Sefirat HaOmer (Das Omer zählen). Vom zweiten Tag Pessach, an welchem das Gerstenmehl – Opfer welches Omer genannt wurde, im Heiligtum dargebracht wurde, bis Schawuot zählen wir die Tage und Wochen. Am ersten Tag der Zählung sagen wir: „Heute ist ein Tag vom Omer“. Am zweiten Tag sagen wir: „Heute sind es zwei Tage vom Omer“.
Es gibt einige interessante Details im Zusammenhang mit Sefirat HaOmer, die uns wichtige Lehren fürs Leben liefern können.
Es ist bemerkenswert, dass Paraschat Emor (in welcher wir über dieses Gebot lesen) immer im Monat Ijar, dem zweiten jüdischen Monat öffentlich vorgelesen wird. Dieser ist nämlich der Monat, in welchem wir dieses Gebot erfüllen. Der Monat Ijar ist der einzige im jüdischen Jahr, an dem wir täglich eine besondere Mizwa erfüllen.
Während viele Mizwot zu bestimmten Zeiten erfüllt werden müssen, (zum Beispiel Mazza essen am Pessach) ist das Omer zählen fast die einzige Mizwa, die direkt mit der Zeit verbunden ist: Wir zählen die Zeit.
Wenn wir etwas zählen, bringt das zum Ausdruck, dass uns diese Sache kostbar ist. So zum Beispiel würde niemand die einzelnen Kieselsteine in seinem Hofe zählen. Wenn jedoch Diamanten in seinem Hofe verstreut wären, würde er sie bestimmt zählen.
Dass wir die Zeit zählen, zeigt, dass für uns die Zeit kostbar ist.
Schabbat Schalom
Die erste Sünde der ersten Menschen war der Wunsch nach sofortiger Befriedigung. Adam und Ewa aßen die verbotene Frucht. Diese Geschichte ist sehr bekannt. Weniger bekannt ist, dass die Frucht des verbotenen Baumes nicht für immer verboten sein sollte.
In unserer Parascha werden die verschiedenen Feiertage im jüdischen Jahr der Reihe nach aufgezählt. Das erste Fest von dem die Tora spricht ist Schabbat, ein Fest welches schon einige Male in der Tora erwähnt wurde.
In einem Wahljahr gibt es immer Streit über “reißerische Propaganda”. Aber es wird selten gesagt, was darunter zu verstehen ist. Handelt es sich um unsachliche Kritik? Um persönliche Angriffe? Oder gar um “Enthüllungen”?
Unser Wochenabschnitt weist das jüdische Volk an, die Heiligkeit des Schabbat zu wahren: „Sechs Tage kann Arbeit getan werden, aber der siebte Tag ist ein Schabbat vollständiger Ruhe“ (Levitikus 23:3).
Die jüdische Religion wird als eine humane und barmherzige dargestellt. Dennoch erlaubt sie - nein, sie befürwortet - das Schlachten von Tieren und den Genuss von Fleisch.
»Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.« schrieb der französische Denker Brillat-Savarin und meinte damit: Unsere Essgewohnheiten widerspiegeln, wer und was wir sind.