Ki Tawo
Lieber Leser,
kann man planen, gesegnet zu werden? Gewiss, wir glauben, auf mancherlei Weise gesegnet zu werden, wenn wir leben, wie G-tt es uns befohlen hat. Selbst wenn die Folgen nicht immer greifbar sind oder sich nicht sofort einstellen, wissen wir um die vielen Segnungen, die wir erhalten, wenn wir ein Leben in G-ttes Sinne führen. Aber unsere Parascha Ki Tawo enthält einen Vers, der uns einen Segen verspricht, von dem wir nicht einmal geträumt haben:
„Wenn du auf die Stimme G-ttes hörst ... und die Gebote einhältst ... wirst du alle diese Segnungen erhalten, und sie werden dich einholen“ (Deut. 28:2). Was bedeutet das? Rabbi Owadia Sforno, einer der klassischen Bibelkommentatoren, meint: Wir werden selbst dann gesegnet, wenn wir nicht danach gestrebt haben. Der Segen kommt als unerwartetes Glück.
Können wir jemals sicher sein? Wie oft scheitern unsere besten Pläne! Wir alle tun unser Bestes, um ein Ziel zu erreichen, aber manchmal schaffen wir es einfach nicht. Andererseits kommt es vor, dass wir uns keinerlei Mühe geben und dennoch ganz plötzlich ein lukratives Geschäft abschließen. Wir wissen nicht, aus welcher Richtung der Segen kommt.
Das gilt auch für den spirituellen Segen. Manchmal strengen wir uns an und bleiben uninspiriert; ein andermal kommt die Inspiration von selbst. Dem Baal Schem Tow zufolge hört unsere unbewusste Seele etwas auf einer höheren Ebene, und es sickert in die bewusste Seele. Dann sind wir berührt, bewegt oder inspiriert.
Möge G-ttes Segen Sie einholen und Ihr Leben transformieren.
Schabbat Schalom
Wussten Sie schon? Dieses Magazin können Sie auch ausdrucken und vor Schabbat mit in die Synagoge nehmen. Dort können Sie es in der Pause in Ruhe lesen, mit ihren Freunden teilen oder zum Kiddusch etwas daraus vorlesen. Jetzt ausdrucken und später lernen.
Die Israeliten sollen ihre ersten Früchte zum Tempel bringen und alle Zehnten den korrekten Empfängern geben. Moses erklärt die Verkündigungen über jene Segnungen und Flüche vom Berg Gerisim und Ebal, sobald das jüdische Volk das Land Israel betritt. Moses erläutert detailliert alle zu erhaltenden Segnungen beim Befolgen der Tora-Gebote, aber auch alle zu erwartenden Kalamitäten bei deren Nichtbeachtung.
Mit dem Kommen der Kinder Israels ins Heilige Land trat für sie eine Serie von Geboten in Kraft. Eines davon ist die Mitzwa der Abgabe der Erstlingsfrüchte. Der jüdische Bauer bringt diese zum Kohen, welcher sie durch einen rituellen Akt übernimmt.
Wieviel bekommen die Armen und Kranken von den Steuern, die Sie zahlen? Wir beklagen uns alle über die hohen Steuern, aber ist es nicht wichtiger, wofür das Geld verwendet wird?
„Armut folgt den Armen“, sagte ein Talmud-Gelehrter vor über 1500 Jahren. Er spielte damit auf das Gesetz der Bikkurim an, der „ersten Früchte“, die israelitische Bauern in den heiligen Tempel zu Jerusalem brachten. Genauer gesagt betraf das Gesetz die Körbe, in denen die Früchte gebracht wurden.
In Modziboz, wo der heilige Rabbi Israel Baal Schem Tow lebte, wohnte auch ein junger Mann namens Elia Sokolover. Dieser war von den wunderbaren Lehren des großen Mannes und von der Haltung seiner frommen Anhänger stark beeindruckt.
Ein US-Präsident wird alle vier Jahre gewählt, ein Wiener Gemeinderat alle fünf Jahre. Diktatoren bleiben in Amt, solange sie ihre Generäle zufrieden stellen (oder einschüchtern) können.
Elul: Alle bereiteten sich auf Jom Tow vor, und der „Duft“ der hohen Feiertage lag bereits in der Luft. Die Marktstände waren voll mit Waren aller Art, darunter auch die besonderen Früchte, die man traditionell an Rosch Haschana isst, zum Beispiel Granatäpfel.