Dwarim
Sehr geehrte Leserschaft,
In die Woche, die auf den Schabbat des heutigen Wochenabschnittes Dwarim folgt, fällt immer Tischa beAw, also der Fasttag des 9. Aw, der an die Zerstörung des Bet Hamikdasch, des Tempels in Jerusalem erinnert. Auf die Vorlesung aus der Tora an diesem Schabbat folgt stets eine spezifisch hierfür bestimmte Haftara aus dem Prophetenbuch Jesaja, in der der Prophet die drohende Zerstörung voraussagt; diese Haftara beginnt mit den Worten (Jes. 1, 1): "Chason Jeschajahu" ("Vision Jesajas"). Deshalb wird dieser Schabbat als "Schabbat Chason" bezeichnet.
R. Levi Jizchak von Berditschew war einer der größten chassidischen Führer. Er pflegte zu sagen, dass an diesem "Schabbat Chason" – zu übersetzen also als "ein Schabbat der Vision" – man wie von weitem das dritte und endgültige Bet Hamikdasch wahrnehmen kann. Ist eine solche Aussage, an sich, nicht ein Paradoxon? Dieser Schabbat, unmittelbar vor dem traurigsten Tage des jüdischen Jahres (an welchem die Zerstörung des Bet Hamikdasch beweint wird), dieser gleiche Schabbat sollte die schließliche Erlösung und den Wiederaufbau des Tempels ankündigen!
Gut Schabbes
Frage: Was habe ich mit den Helden der Tora gemeinsam? Antwort: Das wissen Sie erst, wenn Sie es ausprobieren.
Wir alle kennen das. Sie nehmen die Tora in die Hand und beginnen zu lesen: „... in der Wüste zu Arawa, gegenüber von Suf, zwischen Paran und Tofel und Lawan und Chazerot und Disahaw ...
Wenn die Seele ihre wirkliche Befähigung unter Beweis stellen kann, dann wird damit augenfällig (sogar in unserer "unteren " Welt), dass sie einen Teil des G-ttlichen selbst bildet, nichts weniger, und dass sie den Willen des Königs ausführt – noch getreuer, als dies im königlichen Palast selbst möglich war.
"An diesem Schabbat, vor dem neunten Aw, erhält jeder von uns die Möglichkeit den dritten Tempel zu schauen ... Aber ist es nicht grausam, jemand etwas zu zeigen, was er dann doch nicht erhalten kann?"
In den fünfziger Jahren fürchtete sich der Westen vor dem sowjetischen Expansionsstreben. Politiker jeder Couleur warnten vor den Roten, die sich unter unserem Bett versteckten. Noch mehr Aufregung gab es jedoch über die „unterschwellige“ Propaganda.
Der traurigste Tag des jüdischen Kalenders ist der Neunte Aw, „Tischa beAw“. An diesem Tag wurden beide heiligen Tempel in Jerusalem zerstört und das Exil, unsere Unterdrückung und spirituelle Dunkelheit begann.
Es gibt gewisse Mizwot, die gemäss unseren Weisen in stärkerem Masse mit der Erlösung in Verbindung stehen, denn ihre Ausführung beschleunigt das Kommen Moschiachs erheblich mehr als andere.