Als Rabbi Menachem Mendel von Lubawitsch (auch als „Zemach Zedek“ bekannt) in Petersburg war, um am rabbinischen Kongress des Jahres 1843 teilzunehmen, erteilte ihm der Kriegsminister eine Sondererlaubnis, zu den jüdischen Soldaten zu sprechen, die im nahe gelegenen Kronstadt dienten.

Als der Rebbe ankam, grüßten ihn die wartenden Soldaten und sagten zu ihm: „Rebbe, wir haben uns den ganzen Morgen Mühe gegeben und uns auf Euren Besuch vorbereitet. Sogar unsere Knöpfe haben wir poliert. Jetzt ist es an Euch, unsere Seelen zu polieren, die trübe und rau geworden sind, weil wir seit vielen Jahren ohne Jiddischkeit leben.“

Der Rebbe lobte die heldenhaften Bemühungen der Soldaten, ihren Glauben zu bewahren. Dann fügte er hinzu: „Ihr habt eure Knöpfe mit Sand und Wasser poliert. Auch die Seele poliert man mit Sand und Wasser: mit den heiligen Buchstaben der Tehilim , gesprochen unter vielen Tränen.“

Ein Soldat wandte ein: „Aber Rebbe, Schlachten werden nicht mit Tränen gewonnen, sondern mit Freude.“

„So spricht ein Soldat!“ sagte der Rebbe, offensichtlich zufrieden.

„Ja, du hast recht. Ein Soldat zieht zu den Klängen eines fröhlichen Marsches in den Kampf, nicht mit Tränen. Und die Macht dieser Freude schenkt ihm den Sieg sogar unter den gefährlichsten und schwierigsten Umständen.“