Du sollst für dich am ersten Tag die Früchte eines Zitronenbaums, die Zweige von Dattelpalmen, die Zweige von Myrten und Bachweiden nehmen (Levitikus 23:40).

„Und du sollst nehmen“: Wir lernen, dass man die vier Arten in die Hand nehmen muss, um die Mizwa zu erfüllen.1 Warum besteht die Tora darauf, dass man sie in die Hand nimmt?

Antwort: Nach unseren Weisen,2 stellen die vier Arten verschiedene Teile des menschlichen Körpers dar. Die Zitrone (Etrog) ähnelt einem Herzen, der Palmzweig (Lulaw) stellt die Wirbelsäule dar, die Myrte (Hadas) hat kleine Blätter, die wie Augen sind, und die Weide (Arawa) ähnelt den Lippen.

Mit der Aufforderung „Du sollst nehmen“ vermittelt die Tora eine Botschaft von großer Bedeutung: dass diese vier wichtigen Körperteile in die Hand genommen werden müssen, d.h. unter der Kontrolle der Person stehen müssen.

Das Herz begehrt manchmal nach gefährlichen Dingen. Von der Zitrone lernt der Mensch, die Begierden seines Herzens zu kontrollieren. Der Verstand muss jederzeit über die Begierden des Herzens herrschen.3

Der Palmzweig muss fest und aufrecht sein. Er sollte nicht locker, gekrümmt oder nach allen Seiten gebogen sein. Die Wirbelsäule stützt den Körper und das Rückenmark steuert ihn. Eine schwache Wirbelsäule kann, G-tt bewahre, dazu führen, dass eine Person gelähmt ist und eine krumme Statur hat. Das Gebot, die Handfläche in die Hand zu nehmen, lehrt uns, dass ein Jude fest in seinen Überzeugungen stehen, aufrecht gehen und stolz darauf sein muss, dass er dem jüdischen Volk angehört. Er darf in seinem Jüdischsein niemals Kompromisse eingehen.

Die Myrtenblätter, die den Augen ähneln, müssen aufrecht an ihren Stielen wachsen. Das lehrt uns, dass ein Jude immer mit Optimismus zu G-tt im Himmel aufschauen und nicht auf andere Menschen herabblicken darf. Die Forderung, die Myrte in die Hand zu nehmen, bedeutet, dass man lernen muss, seine Augen zu kontrollieren und mit seinem Schicksal zufrieden zu sein und nicht neidisch auf das Glück anderer Menschen zu blicken.

Die Blätter der Weide müssen glatt sein und dürfen keine scharfen, gezackten Kanten haben. Die Mizwa, sie in die Hand zu nehmen, unterstreicht, wie wichtig es ist, seine Lippen zu kontrollieren. Insbesondere sollte man darauf achten, keine bissigen Bemerkungen zu machen, sondern vielmehr Worte der Tora zu sprechen und gut über seine Mitmenschen zu reden.