Lieber Leser,

eine Dimension der Verbindung zwischen den Wassern der Flut und den Wassern der Mikwe ist diese: Maimonides erklärt, dass der Vorgang der Reinigung nicht seine Vollendung findet, solange man noch in der Mikwe ist, sondern erst, wenn man diese wieder verlässt. Das heißt: Wenn man aus der Mikwe herauskommt, dann sollte es ganz augenscheinlich sein, dass man in einer Mikwe gewesen ist. Dasselbe gilt für den Vers im heutigen Wochenabschnitt Noach: "Komm in die Arche". Das hebräische Wort für "Arche" hier ist "Tewa", aber "Tewa" kann auch "Wort" bedeuten; und das heißt dann: "Komm hinein in die Worte (von Tora und Gebet)". Es ist nicht der Zustand von Selbstverneinung zu dem Zeitpunkt, da man in Tora und Gebet vertieft ist, der den Endzweck bildet, sondern das eigentliche Ziel ist, dass man auch nachher (wie nach dem Untertauchen in der Mikwe) in derselben Gemütsverfassung verbleibt, also hier in der Stimmung von Gebet und Tora-Studium.

Schabbat Schalom