Reeh
Lieber Leser,
obwohl die Zahl der Juden in der Welt bestenfalls gleich bleibt, vielleicht sogar abnimmt, deutet ein überraschender Trend auf das Gegenteil hin: Das Interesse an koscherer Nahrung nimmt seit Jahren zu.
Die wachsende Zahl frommer Juden ist dafür nur zum Teil verantwortlich. Ein weiterer Grund ist der Wunsch von Nichtjuden, koscher zu essen. Die Zahl der Kunden, die in Supermärkten nach Kaschrut suchen, dürfte sich in den nächsten Jahren verdoppeln!
Ist das Neugier? Nicht, wenn wir an das Bild denken, das der Begriff “koscher” wachruft. Die Menschen sind heutzutage aus gutem Grund misstrauisch, was die Qualität des Fleisches angeht, und sie fühlen sich sicherer, wenn ein Experte (der einer höheren Macht gehorcht) auf den richtigen Umgang mit dem Fleisch achtet.
Außerdem erinnert uns das Wort “koscher” seit langer Zeit an etwas Gutes und Anständiges. Darum sagt der Detektiv im Fernsehkrimi: “Irgendetwas ist hier nicht koscher!”
Natürlich gibt es auch Leute, die behaupten, Kaschrut sei altmodisch und unnötig: “In der alten Zeit war das angebracht. Es war ein Schutz vor unreinen Tieren. Aber heute brauchen wir das nicht mehr.”
Diese Leute haben nichts verstanden.
Schabbat Schalom
Unser Wochenabschnitt wird immer unmittelbar vor dem Monat Elul oder am Beginn des Monats Elul (wenn er auf Schabbat fällt) rezitiert. Aus den Schriften geht hervor, dass es immer einen Zusammenhang zwischen dem Wochenabschnitt und der Zeit, in welcher er gelesen wird, gibt.
Angesichts der anhaltenden Diskussionen über das Alter von Personen, die für ein öffentliches Amt kandidieren, sowie über Könige, die den Thron besteigen, bin ich neugierig, ob es im Judentum eine Altersgrenze für Führungspositionen gibt.
In die kommende Woche fällt Rosch Chodesch Elul, der Neumond. Im Talmud (Sanhedrin 42a) wird ein vortrefflicher Vergleich aufgestellt: "Dem Monde befahl Er, sich zu erneuern wie eine herrliche Krone … Wie er, so sollen auch sie (die Juden) sich in Zukunft erneuern, zum Preise ihres Schöpfers."