Bo
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra endet mit den Worten: "Und es sei zum Zeichen auf deiner Hand und zum Stirnband zwischen deinen Augen, dass mit starker Hand G-tt uns aus Ägypten herausgebracht hat."
Wesentlich für das Judentum ist der Begriff von Einheit. Zuerst einmal und vorrangig hat es den Grundsatz von Haschem Echad: Ein G-tt und eine Tora. Dann aber gibt es noch eine weitere Art von Einheit, und zwar das Ideal der innerlichen Einigkeit und Harmonie in jedem Menschen selbst.
Zu diesem Thema haben sich in der Welt der Wissenschaften im Laufe der Zeit unterschiedliche Ansichten gebildet. So gibt es eine Auffassung, derzufolge man allen körperlichen Wünschen und Neigungen nachgeben und die Anliegen der Seele völlig außer acht lassen sollte. Nach einer anderen Meinung wiederum sollte der Körper kasteit werden, weil dies der Seele ganz besonders nützen würde. Das Judentum dagegen lehrt, dass die Seele die Aufgabe hat, den gesunden Körper im Einklang mit der Tora zu führen und zu lenken; Körper und Seele müssen zusammen funktionieren, so dass eine große Harmonie vorherrscht.
Wenn wir die Blickrichtung noch verengen und uns mehr spezifisch allein mit dem "Seelenleben" befassen wollen, müssen wir in diesem Zusammenhang feststellen, dass sehr unterschiedliche Theorien vorgetragen werden, wenn es sich darum handelt, die vorherrschenden Kräfte und Impulse herauszuschälen, die das Leben des Menschen und seine moralischen Entscheidungen motivieren sollten. So sagen denn manche, der Mensch sollte den Diktaten seiner Intelligenz, einer vernünftigen und objektiven Logik gehorchen. Andere hingegen wollen eine derartige psychologische Vorherrschaft seinem Herzen und daher seinem Gefühlsleben zuerkennen. Dann gibt es noch eine dritte Gruppe, die überhaupt nichts übrig hat für Ideen oder Gefühle, sondern nur Wert auf das Tun legt; für sie fällt lediglich ins Gewicht, wie man handelt.
Für die Tora indessen ist das Ideal die Einheit: Der Mensch muss nach einem Zustand von Vollkommenheit streben, der nur dann erreicht werden kann, wenn Kopf, Herz und Hand in Einmütigkeit zusammenarbeiten, den Wünschen G-ttes entsprechend.
Schabbat Schalom
Die dieswöchige Parascha Bo enthält insgesamt zwanzig Mizwot, wovon die meisten den Auszug aus Ägypten betreffen. Die erstgenannte Mizwa in diesem Wochenabschnitt betrifft jedoch eine viel allgemeinere Angelegenheit, nämlich die Festlegung des Neumondes. Zugleich ist dies die erste Mizwa der Tora, die sich an die gesamte Gemeinde Israels und nicht nur an das jüdische Individuum richtet. Warum eigentlich?
Mizwot die mit der rechten Hand ausgeführt werden, sowie Richtlinien für Linkshänder.
Völker teilen Dinge. Ideen, Geschichten, Erfahrungen – alles was mit dem Dasein eines Volkes zusammenhängt. Deshalb bin ich recht skeptisch, sobald ein Volk anfängt zu sagen: „Weißt du, was einzigartig ist an unserem Glaubenssystem, das sonst niemand hat?“
Sie ist unbeständig und impulsiv. Ihre schwankenden Gefühle werden von Ausbrüchen inspirierter Kreativität unterbrochen. Gelegentlich leuchtet ihre Persönlichkeit wie der Vollmond, doch ebenso oft kommen Phasen untätiger Düsterkeit vor.
Warum ist die jüdische Religion so von unwichtigen Details besessen? Wie viel Mazzot dürfen wir essen, welchen Löffel habe ich für die Milch benutzt und welchen für das Fleisch, wie binde ich meine Schnürsenkel richtig ...
Für uns Menschen ist es nur natürlich, die tierische, pflanzliche und gegenständliche Welt um uns als niedriger anzusehen. Daher sieht sich der Mensch als Höhepunkt der Schöpfung, mit Verstand und Vernunft begabt.