Emor
Lieber Leser,
die dieswöchentliche Sidra, Emor, enthält den Satz (Lev. 23:3): „Sechs Tage soll Arbeit getan werden, aber der siebte Tag ist ein Schabbat der Ruhe … keinerlei Arbeit sollt ihr (dann) tun“:
Wie bedeutsam sind selbst die – sprachlich und stilistisch betrachtet – einfachsten Gebote G-ttes! Allein schon die Reihenfolge und die Anordnung der den Schabbat betreffenden Worte der Tora sind bezeichnend. Zuerst gebietet uns die Tora, sechs Tage zu arbeiten, und dann wird uns auferlegt, am siebten zu ruhen.
Allgemein beginnt die Kalenderwoche mit dem Sonntag. Es ist in unserer Umwelt weitgehend üblich, diesen ersten Tag als Ruhetag anzusehen; und auf ihn folgen erst die Arbeitstage der Woche. Die Tora dagegen legt zuerst die Arbeitstage fest, auf die sie dann den Ruhetag folgen lässt, den heiligen Schabbat. „Sechs Tage soll Arbeit getan werden ...“, und erst dann: „der siebte Tag ist ein Schabbat der Ruhe“ – das genaue Gegenteil der allgemeinen Gepflogenheit der Umwelt. Dadurch dass also der Arbeit Vorrang vor der Ruhe gegeben wird, wird uns hier angezeigt, dass es nicht die Aufgabe des Menschen auf Erden ist, seine Zeit in Trägheit und Lässigkeit zu vertun, sondern für sein geistiges Wohlergehen zu arbeiten und damit auch für seinen eigenen materiellen Wohlstand sowie den der ganzen Gemeinschaft, in der er lebt.
Schabbat Schalom
An jedem beliebigen Tag gibt es in den Nachrichten Berichte darüber, dass jemand wegen irgendeines Wirtschaftsverbrechens angeklagt wird. Ich warte auf den Namen des mutmaßlichen Täters. Nicht jüdisch? Ich atme erleichtert auf.
Mit der Aufforderung „Du sollst nehmen“ vermittelt die Tora eine Botschaft von großer Bedeutung: dass diese vier wichtigen Körperteile in die Hand genommen werden müssen, d.h. unter der Kontrolle der Person stehen müssen.
Die Prozesse, aus denen unsere Welt besteht, können dichotomisch beschrieben werden. Bei all diesen Prozessen gibt es solche, die von oben nach unten funktionieren, und solche, die von unten nach oben aufgebaut werden.
Das Pessach-Lamm wurde am Abend des 15. Ijar verzehrt, aber es ist Brauch, am 14. Ijar Mazzot zu essen. Warum?
Schließlich haben unsere Kinder das Recht zu wissen, weswegen sie ihre Stunden in der Schule verbringen. Bedauerlicherweise ist die Botschaft, die sie erhalten, irreführend.