Lieber Leser,

eine der spezifisch für Purim geltenden Vorschriften ist die Mizwa von "Schallach Manot"; sie legt fest, dass wir an jemand anderen zwei Sorten von Lebensmitteln schicken sollen. Einer bekannten Erklärung zufolge geht diese Mizwa im Grunde darauf zurück, dass wir mit ihr für ein Vergehen sühnen, welches eine Reihe von Juden zur Zeit der Purim-Ereignisse begangen haben.

Wie die Estherrolle berichtet, ließ Achaschwerosch, der König von Persien, eine Anzahl großartiger Gelage und Festmahle geben, wobei das Essen und die Getränke natürlich nicht koscher waren. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die von seinen Vorgängern geraubten heiligen Geräte des Tempels in Jerusalem, die er nun in Gewahrsam hatte, benutzt und profaniert. Nichtsdestoweniger nahmen manche Juden an diesen Gelagen teil, und sie aßen auch die nicht-koscheren Speisen.

Nun wird Purim bekanntlich in Erinnerung an den Sturz Hamans gefeiert; und Hamans Ende kam, nachdem die Juden ihr Vergehen aufrichtig bereut hatten und zu G-tt zurückgekehrt waren. Die Festlichkeiten schließen spezifisch die Mizwa von "Schallach Manot" ein, das Senden von Lebensmitteln; damit geben wir unserer eigenen G-ttergebenheit Ausdruck, insbesondere aber der getreuen Observanz Seiner Kaschrut-Gesetze.

Schabbat Schalom