Wa-era
Lieber Leser,
für jedes Zeitalter und in jeder Situation lehrt uns die Tora – sowohl in ihren rechtlichen wie in ihren erzählenden Teilen – wichtige Grundsätze, die in unserem täglichen Leben Anwendung finden sollten. Allein schon das Wort "Tora" leitet sich von einer hebräischen Wurzel ab, die "Belehrung" bedeutet. Auch diejenigen Geschichten, die Umstände und Ereignisse beschreiben, welche in unserer eigenen Zeit vielleicht unmöglich wären, enthalten dennoch lehrreiche "Botschaften" für uns alle; denn die Tora ist von ewiger Gültigkeit.
Wenn dies in der Tat für alle Erzählungen in der Tora gilt, so bewährt es sich umso ausdrücklicher im Zusammenhang mit der Schilderung von "Jeziat Mizrajim", des Auszuges aus Ägypten; denn es kann – es sollte – einen spirituellen "Auszug aus Ägypten" im täglichen religiösen Leben eines jeden Juden geben (siehe Tanja, Kap. 47) – das heißt: die Befreiung der G-ttlichen Seele aus ihrer Gefangenschaft innerhalb des Jezer Hara (des bösen Triebes), woraus sich das Gebot ableitet, des Auszuges aus Ägypten an jedem einzelnen Tage zu gedenken. Auf diese Weise enthält jede Einzelheit in der Schilderung des physischen Auszuges in der Tora Anweisungen an uns hinsichtlich unseres eigenen spirituellen "Jeziat Mizrajim." Eine solche bedeutsame Einzelheit ist die erste Plage, durch die der Ewige den Hochmut Pharaos und seines Volkes brach – die Plage des Blutes, womit die Wasser des Nils in Blut verwandelt wurden.
Schabbat Schalom
Welche Bedeutung hat es, dass sich der Stab in eine Schlange verwandelt, dann wieder in einen Stab zurückverwandelt und dabei alle anderen verschlingt? Welche Bedeutung hat es, dass sich der Stab in eine Schlange verwandelt, dann wieder in einen Stab zurückverwandelt und dabei alle anderen verschlingt?
Warum ist Veränderung so schwierig? Möglicherweise, weil wir oft nicht wirklich eine Veränderung anstreben. In alten jüdischen Texten wird dieses Problem als „Pharao-Syndrom“ beschrieben...
Am Ende der vorwöchigen Sidra lesen wir (Exodus 5, 22) von Moses' Einwand gegen G-tt: "Warum hast Du Schlechtes diesem Volke gebracht?" Die Dynamik der Frage ist diese: Wie konnte ein Auftrag, der von G-tt ausging, ... dem jüdischen Volke Schaden bringen?
Eigentlich muss der Glaube an G-tt nicht erschaffen werden: Er ist bereits als integraler Bestandteil der jüdischen Seele vorhanden, die als ein Teil von Ihm keine Beweise für die Existenz G-ttes benötigt.