Lieber Leser,

für jedes Zeitalter und in jeder Situation lehrt uns die Tora – sowohl in ihren rechtlichen wie in ihren erzählenden Teilen – wichtige Grundsätze, die in unserem täglichen Leben Anwendung finden sollten. Allein schon das Wort "Tora" leitet sich von einer hebräischen Wurzel ab, die "Belehrung" bedeutet. Auch diejenigen Geschichten, die Umstände und Ereignisse beschreiben, welche in unserer eigenen Zeit vielleicht unmöglich wären, enthalten dennoch lehrreiche "Botschaften" für uns alle; denn die Tora ist von ewiger Gültigkeit.

Wenn dies in der Tat für alle Erzählungen in der Tora gilt, so bewährt es sich umso ausdrücklicher im Zusammenhang mit der Schilderung von "Jeziat Mizrajim", des Auszuges aus Ägypten; denn es kann – es sollte – einen spirituellen "Auszug aus Ägypten" im täglichen religiösen Leben eines jeden Juden geben (siehe Tanja, Kap. 47) – das heißt: die Befreiung der G-ttlichen Seele aus ihrer Gefangenschaft innerhalb des Jezer Hara (des bösen Triebes), woraus sich das Gebot ableitet, des Auszuges aus Ägypten an jedem einzelnen Tage zu gedenken. Auf diese Weise enthält jede Einzelheit in der Schilderung des physischen Auszuges in der Tora Anweisungen an uns hinsichtlich unseres eigenen spirituellen "Jeziat Mizrajim." Eine solche bedeutsame Einzelheit ist die erste Plage, durch die der Ewige den Hochmut Pharaos und seines Volkes brach – die Plage des Blutes, womit die Wasser des Nils in Blut verwandelt wurden.

Schabbat Schalom