Emor
Lieber Leser,
unser Wochenabschnitt weist das jüdische Volk an, die Heiligkeit des Schabbat zu wahren: „Sechs Tage kann Arbeit getan werden, aber der siebte Tag ist ein Schabbat vollständiger Ruhe“.
Ein Jude muss stets bemüht sein, jede Phase seines Lebens heilig zu halten. Selbst an gewöhnlichen Wochentagen beginnt er den Tag mit Gebeten. Darauf folgt das Toralernen (Schulchan Aruch, Orach Chajim 155). Manche pflegen eine schwierige Talmudstelle zu lernen, andere befassen sich mit den leichteren Erzählungen und Legenden des Talmuds, andere wiederum studieren den Wochenabschnitt – aber ein jeder „lernt“ etwas, je nach seiner individuellen Befähigung. Danach verlässt er die Welt der Gebete und des Studiums und begibt sich in die materielle Welt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch die Tora leitet ihn durch den ganzen Tag, sei es als Geschäftsmann oder als Angestellter. Letzterer ist verpflichtet, ein getreuer Arbeiter zu sein, eine seinem Lohn angemessene Arbeit zu leisten und seinen Arbeitgeber darin nicht zu betrügen. Auf seiner Seite muss sich der Geschäftsmann vor unehrlichen Geschäften und unehrlichen Angeboten hüten, darf nicht unredlich in die Geschäfte anderer eingreifen oder sich Täuschungen, gleich welcher Art, erlauben. Auf diese Weise muss bei den Juden auch der Alltag von Heiligkeit durchdrungen sein, dem Gebote gemäß: „Erkenne Ihn in all deinen Wegen“.
Wenn jedoch der siebte Tag kommt, sind wir ausdrücklich angehalten: „Halte ihn heilig“ – d.h. denn: noch mehr als die „gewöhnliche“ Heiligkeit der sechs Arbeitstage.
Am Schabbat ist uns geboten, unsere Verpflichtung zu G-tt und Seiner Tora zu vergrößern und zu vertiefen – auf eine größere Höhe anzusteigen.
Schabbat Schalom
Der Wochenabschnitt „Emor“ wird immer während der Omerzählung (die Tage zwischen Pessach und Schawuot) rezitiert und in ihm selbst wird das Gebot des Omerzählens erwähnt: Und ihr sollt zählen . . . sieben volle Wochen seien es.
Ein König reiste mit seinem Kind durch die Wüste. Und wenn ein König auf Reisen geht, begleitet ihn sein ganzer Hofstaat: Minister, Soldaten und Diener.
Lag BaOmer, der 33. Tag des Omer-Zählens, ist der Geburtstag der jüdischen Mystik. Über viele Generationen hinweg wurde die innere Seele der Tora – auch als Kabbala bekannt – nur einigen Auserwählten weitergegeben.
Ich kenne Religionen, in denen für eine Ideologie zu sterben, etwas Einzigartiges darstellt. Dort macht diese Tat den Märtyrer zum Heiligen und versorgt ihn anscheinend automatisch mit einer Flugkarte ins Paradies. Was sagt das Judentum zu diesem Thema? Sollte ein Mensch für seinen Glauben sterben?
Dann war das Haare schneiden an der Reihe. Ich drückte meine Augen zu, halb in Erwartung desselben Schreies wie damals, bei seiner Beschneidung, was mir vorkam, als wäre es gestern gewesen. Doch als ich ihn ansah, grinste er.
Ben Soma sagte: Wer ist weise? Einer, der von jedem Menschen lernt, wie es heißt: „Von allen, die mich gelehrt haben, bin ich verständig geworden; denn Deine Zeugnisse sind mein Gespräch.“ Wer ist stark? Einer, der seinen [bösen] Trieb bezwingt, wie es heißt: „Besser ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Gemüt beherrscht, ist besser als einer, der eine Stadt erobert.“