Lieber Leser,

die Tora sagt, daß es nie einen Propheten gab wie Mosche und daß es nie wieder einen wie ihn geben wird. Obwohl Mosche das Ideal der Juden war und im Mittelpunkt der Tora steht, war er überaus bescheiden und machte sich Gedanken darüber, was ein anderer an seiner Stelle wohl geleistet hätte.

An Rosch Haschana haben wir Gelegenheit, uns die gleiche Frage zu stellen. Wir lesen die letzten Ansprachen, die Mosche vor den Kindern Israel hielt, um sie auf das Leben im Gelobten Land vorzubereiten, das ihm selbst verwehrt war. Gleichzeitig bereiten wir uns selbst darauf vor, in ein neues Land aufzubrechen: in das neue, unbekannte Jahr.

Mosche bemühte sich, möglichst viel von seiner Einstellung auf das Volk zu übertragen. Er wollte, daß die Juden den Glauben, die Lebensweise und die Verbundenheit mit G-tt, die ihm eigen waren, mit ins Land Israel nahmen. Auch wir tragen den Geist von Mosche, Abraham, Izchak und Jakob in unserer Seele, und wir können ihn nutzen, um G-ttes Gebote noch besser zu befolgen.

Wenn wir über das vergangene Jahr nachdenken, unsere Missetaten bereuen, uns reinigen und beschließen, das neue Jahr zu einem besseren Jahr zu machen, können wir von dem Licht zehren, das Mosche vor Jahrtausenden ausstrahlte. Die Wissenschaft lehrt, daß das Licht ewig ist: Das Licht der Sterne ist seit Äonen zu uns unterwegs und hat eine unermeßliche Entfernung zurückgelegt. Die Aura der Worte, die Mosche sprach, erreicht uns jetzt und erfüllt uns mit ähnlicher Ehrfurcht.

Schabbat Schalom