Wajigasch
Lieber Leser,
die dieswochige Sidra Wajigasch führt uns den Höhepunkt der Josefs-Geschichte vor Augen: Josef enthüllte seinen Brüdern seine wahre Identität und drang darauf, dass sein Vater Jakob zu ihm nach Ägypten komme. Als Jakob hörte, dass sein längst verloren geglaubter Sohn Josef noch am Leben war und in der Tat ein sehr hohes Amt in Ägypten bekleidete, machte er sich mit seiner Familie auf den Weg zu ihm. Er entsandte jedoch seinen Sohn Jehuda schon vorher, mit dem Auftrage, eine Tora-Akademie, eine Jeschiwa, zu gründen (s. Raschi zu Genesis 46,26).
Jakob erkannte sehr klar, was erste Priorität sein musste: Mit dem Einzug in ein fremdes Land würde er die junge Generation einer fremdartigen Kultur und einer unbekannten Umgebung aussetzen. Daher würde die wichtigste Maßnahme darin bestehen müssen, dass er – um einen jüdischen Weiterbestand zu gewährleisten – Erziehungsmöglichkeiten für seine Kinder und Enkel schaffte.
Nur durch Erziehung. – Dass Jakob so viel Wert auf die Tora-Erziehung legte, gibt uns Heutigen eine wesentliche Botschaft. Die lebenswichtige Bedeutung der Kindererziehung kann nicht genügend unterstrichen werden; sie ist g-ttliches Gebot, zweimal jeden Tag von uns im Schma-Gebet wiederholt, sagen wir doch jeden Morgen und jeden Abend: "Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen."
Schabbat Schalom
Nach einer Erklärung des Sch'lo ist Chanukka von Einfluss auf die ganze Welt. In seinen Worten: "Chanukka, an dem der Tempel wieder geweiht wurde, weist auf die Erneuerung der Welt hin.
Es fällt mir schwer, mich für Chanukka zu begeistern. Soweit ich das sehen kann, war das Ganze eher ein großer Unglücksfall.
Am Beginn der Toralesung »Wajigasch« sind wir an jener Stelle angekommen, an der Josefs Brüder mit der Aufforderung konfrontiert werden, ihren jungen Halbbruder Benjamin in Ägypten als Sklaven zurückzulassen.
Die Tora sagte uns, dass, als Jakob mit seiner Familie nach Ägypten zog, wo das jüdische Volk für über zwei Jahrhunderte blieb, „sandte er Jehuda voraus … um den Weg zu zeigen.“
Die von der Tora angegebene Anzahl von jüdischen Seelen, die in Ägypten einzogen, beträgt siebzig. In der vorangehenden Einzelaufzählung finden wir jedoch nur neunundsechzig Seelen genannt. Gemäß Rabbi Chama Bar Chanina war die fehlende siebzigste Seele die von Jochewed, die an der Grenze zu Ägypten geboren wurde.